Märkte / Aktien

Schweizer Börse schliesst leicht höher

Hoffnungen auf ein Ende des Handelskonflikts zwischen den USA und China haben der Schweizer Börse am Donnerstag eine Stütze verliehen.

(AWP/Reuters/CF) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag zugelegt. Allerdings haben sich die Ausschläge eher in Grenzen gehalten. Dies dürfte an dem G-20-Gipfel liegen, der am Freitag im japanischen Osaka beginnt. Bei dem diesjährigen Treffen der wichtigsten Wirtschaftsnationen spielt der US-chinesische Handelsstreit eine zentrale Rolle. Am Freitag wurden die Spekulationen von einem chinesischen Zeitungsbericht genährt, dem zufolge sich USA und China auf einen Burgfrieden geeinigt haben könnten (lesen Sie hier mehr). Damit wären weitere Strafzölle vorerst vom Tisch.

Der Swiss Market Index (SMI; +0,2%) schliesst am Donnerstag mit leichten Avancen. An der Tabellenspitze beenden Credit Suisse (+2,2%), UBS (+1,6%) und Julius Bär (+0,5%) den Handelstag. Damit haben sie ihre Erholung vom Vortag fortgesetzt. Die Banktitel haben unter der Aussicht auf weiter sinkende Zinsen in den USA und Europa gelitten. In den USA hat Fed-Chef Jerome Powell diesen Fantasien zuletzt nun wieder etwas Wind aus den Segeln genommen.

Am anderen Ende der Tabelle haben sich Roche (–0,2%), Geberit (–1,2%) und Givaudan (–2,5%) bewegt. Beim Aromen- und Riechstoffhersteller haben Händler auf eine Reduktion der diesjährigen Umsatzvorgaben bei Chr. Hansen verwiesen und haben von auffälligen Abgaben aus dem angelsächsischen Raum berichtet. Wie Givaudan gilt auch das dänische Biotechnologieunternehmen als ein Zulieferer der Nahrungsmittelindustrie.

Swiss Re im Fokus

Am Morgen hat Swiss Re (–0,6%) Details zum geplanten Börsengang der Tochter ReAssure präsentiert. So sollen die Aktien zwischen 280 und 330 Pence kosten. Zum angepeilten Preis sei ReAssure 2,8 bis 3,3 Mrd. £ wert. Nach der Transaktion soll der Streubesitz 26% betragen. Swiss Re will im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption zudem bis zu 15% der Aktien zur Verfügung stellen (lesen Sie hier mehr). Im Handel haben Teilnehmer einerseits darauf verwiesen, dass defensive Werte erneut eher gemieden werden. Zudem gebe es eine gewisse Sorge am Markt, dass Swiss Re sich möglicherweise zu viel Zeit gelassen habe und sich das günstige Fenster für einen IPO angesichts der wachsenden Konjunktursorgen schon schliessen könnte.

Unter den mittelgrossen Werten haben Valora (–1,6%) überdurchschnittlich verloren. Beim Kioskbetreiber senkt Baader Helvea nach der Gewinnwarnung vom Vortag das Rating von «Hold» auf «Sell» und reduziert das Kursziel von 266 auf 242 Fr. Mit neuen Mittelfristzielen sorgt Valora zwar für mehr Visibilität. Die tieferen Gewinnprognosen für 2019 und 2020 setzen die Aktien aber unter Druck (lesen Sie hier mehr).

Heftige Einbussen haben auch Kuros Biosciences (–12,8%) erlitten. Das Biotech-Unternehmen will es nur einen Monat nach der Ablehnung der Vorschläge zur Erhöhung des Kapitals nochmals damit probieren (lesen Sie hier mehr).

Für die Aktien der Aussenwerbevermarkterin APG SGA (+8,1%) ist es dagegen steil aufwärts gegangen, nachdem bekannt wurde, dass sie ab kommendem Jahr die exklusive Vermarktungspartnerin des Flughafens Zürich ist (lesen Sie hier mehr). In einem Interview mit «Finanz und Wirtschaft» spricht CEO Markus Ehrle über Kosten, Margen und mögliches Mobile Targeting.

Ebenfalls stark zugelegt haben Carlo Gavazzi (+7,1%). Die Elektrotechnikgruppe hat im Geschäftsjahr 2018/19 Umsatz und Gewinn gesteigert. Auch gelang es, etwas mehr Aufträge an Land zu ziehen. Künftig soll noch mehr investiert werden (lesen Sie hier mehr).

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

In Deutschland schliesst der Leitindex Dax (+0,2%) wie der hiesige etwas höher. An der Spitze des Tableaus beenden Bayer (+8,7%) den Börsentag. Die Hoffnung der Anleger auf eine raschere Beilegung der Glyphosat-Streitigkeiten beschert Bayer den grössten Kurssprung seit einem halben Jahr. Zudem hat der US-Hedge-Fund Elliott seine Beteiligung am Unternehmen offengelegt (lesen Sie hier mehr).

Ölpreise etwas tiefer

Die Ölpreise für ein Barrel der Nordseesorte Brent sowie der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sind am Donnerstag etwas gefallen. Am Mittwoch sind sie noch deutlich gestiegen, nachdem die US-Regierung einen kräftigen Rückgang der landesweiten Erdölvorräte gemeldet hatte.

Bei den Devisenkursen gibt der Euro in US-Dollar am Nachmittag etwas nach. Leicht stärker präsentieren sich der Euro in Franken sowie der US-Dollar in Franken. Im Tagesverlauf stehen einige Konjunkturdaten auf dem Programm, die am Markt für Bewegung sorgen könnten.

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