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Schweizer Börse schliesst im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt beendet den Handelstag mit Abgaben. Temenos haben sich nach Gerücht deutlich nach oben gearbeitet.

(AWP/CF) Der Schweizer Aktienmarkt war am Mittwoch leicht unter Druck. Nach der jüngsten Gewinnserie habe die Börse zur Wochenmitte eine Verschnaufpause eingelegt, heisst es im Handel. Und die Anleger richteten ihren Blick wohl bereits auf die morgige Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Von den am Nachmittag publizierten US-Wirtschaftsdaten gehen derweil kaum Impulse aus.

Trotz mehrheitlich guter Firmenergebnisse springe der Funke nicht vollends auf die Aktienmärkte über, sagt ein Händler. Die Börsenstimmung bleibe von den anhaltenden Zins- und Inflationssorgen getrübt. Diese machten den Märkten zunehmend zu schaffen. Dass die US-Notenbank Fed kommende Woche das Tapering ankündigt, gelte inzwischen als ausgemachte Sache.

Der Swiss Market Index (SMI (SMI 12'199.21 -2.01%)) schliesst im Minus. Bei den Blue Chips fielen die deutlichen Kursbewegungen von Temenos (TEMN 123.20 -1.95%) und Vifor Pharma (VIFN 105.70 -2.36%) auf. Auslöser für den Kursprung des Bankensoftwareherstellers waren Übernahmespekulationen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg soll die schwedische Investmentfirma EQT ein Interesse an Temenos haben.

Auch die Kursschwäche bei Vifor hatte einen Grund: Das Pharmaunternehmen hat in einer Phase-III-Studie mit dem Kandidaten ANG-3777 von Partner Angion die Ziele nicht erreicht. Als Folge davon würden enttäuschte Anleger Vifor-Papiere abstossen, sagen Händler (lesen Sie hier die Einschätzung von FuW-Redaktor Rupen Boyadjian). Unter Druck stehen auch die beiden Pharmariesen Novartis (NOVN 74.72 -2.42%) und Roche (ROG 358.60 -0.95%). Sie sorgen damit dafür, dass der Leitindex nicht in die Gänge kommt. Nestlé (NESN 120.50 -1.26%) halten als drittes Schwergewicht dagegen.

Am breiten Markt drehten Sulzer (SUN 85.10 -5.18%) nach Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal am Nachmittag ins Plus. Der Technologiekonzern hat deutlich mehr Aufträge an Land gezogen. Doch er bekommt Materialengpässe und steigende Preise zunehmend zu spüren.

Bossard (BOSN 331.50 -2.79%) hat derweil anlässlich eines erstmals durchgeführten Investorentages die mittelfristigen Ziele erhöht. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen angesichts der nachlassenden Konjunkturdynamik.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Deutscher Leitindex schwächer

Nach zwei starken Börsentagen hat der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte eine Pause eingelegt. Immerhin hat der Leitindex Dax vom jüngsten Tief vor drei Wochen bereits wieder mehr als 6% zugelegt. Im Fokus standen weiter die Quartalsberichte der Unternehmen, die bislang durchaus überzeugen konnten. Im Hintergrund schwelten aber auch weiter die Sorgen um die hohe Inflation und deren mögliche Folgen.

Mit Deutsche Bank (DBK 10.70 -7.52%) , BASF (BAS 57.91 -6.01%) und Puma (PUM 103.95 -4.37%) legten drei Dax-Konzerne Quartalszahlen vor. Bei den Aktien der Grossbank war die Reaktion enttäuschend: Sie büssten markant ein. Analysten bemängelten, dass das Ertragsziel für das laufende Jahr hinter den Erwartungen zurückbleibe. Das lege ein schwächeres Schlussquartal 2021 nahe.

Bei BASF konnten auch höhere Jahresziele für Umsatz und Gewinn den Kurs nicht antreiben. Die neue, höhere Prognose für den operativen Gewinn bestätige nur die Markterwartung, merkte ein Händler an.

Gut kamen die Nachrichten von Puma an. Der Adidas-Rivale zeigt sich optimistischer mit Blick auf das laufende Jahr. Expertin Grace Smalley von JPMorgan spricht von einem «starken dritten Quartal» in einem schwierigen Umfeld.

Euro kaum verändert

Der Euro hat sich am Mittwoch in einer engen Bandbreite bewegt. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1602 $. Wie schon am Dienstag pendelte sie um die Marke von 1,16 $.

Zum Franken knüpfte der Euro am Mittwochnachmittag an seine jüngsten Verluste an und geht derzeit zu 1,0641 um nach noch 1,0663 Fr. am Mittag. Auch der US-Dollar notiert momentan mit 0,9175 tiefer nachdem kurz vor dem Mittag gar noch die 0,92-Marke zurückerobert wurde.

Derweil sind Kryptowährungen wie der Bitcoin (Bitcoin 54'403.00 -0.08%) zur Wochenmitte erheblich unter Druck geraten. Eine Ausnahme war die neue Trend-Digitalwährung Shiba Inu, die im Kurs deutlich zulegen konnte. Der Bitcoin als nach wie vor marktstärkste Kryptoanlage fiel jedoch um etwa sieben Prozent bis auf rund 58’100 $ zurück. Auch die zweitgrösste Internetdevise Ether gab am Mittwochmittag spürbar um etwa fünf Prozent auf rund 4000 $ nach.

Noch vor etwa einer Woche war der Bitcoin-Kurs auf ein Rekordhoch von knapp 67 ‘000 $gestiegen. Hintergrund war die erstmalige Zulassung eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf Bitcoin-Terminkontrakte (Futures) in den USA. Krypto-Kenner hatten das Ereignis als weiteren Schritt von Bitcoin und Co. in Richtung grösserer Akzeptanz in der Breite gepriesen. Am Mittwoch jedoch belastete die eher trübe Aktienmarktstimmung andere riskantere Anlageklassen, zu denen Digitalwährungen aufgrund ihrer meist hohen Kursschwankungen zählen.

Ölpreise geben deutlich nach

Die Ölpreise haben am Mittwoch spürbar nachgegeben. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 85,45 $. Das waren 95 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 68.18 -12.6%)) fiel um 1,14 $ auf 83,51 $.

Marktbeobachter erklärten die Preisabschläge zum einen mit der eher trüben Stimmung an den Aktienmärkten. Diese habe andere riskantere Anlageklassen wie Rohstoffe mit nach unten gezogen. Hinzu kamen Öllagerdaten aus den USA: Das American Petroleum Institute (API) hatte einen deutlichen Anstieg der landesweiten Erdölbestände gemeldet. Am Nachmittag veröffentlicht das US-Energieministerium seine wöchentlichen Zahlen.

Trotz der Abschläge bewegen sich die Ölpreise immer noch in der Nähe ihrer unlängst markierten mehrjährigen Höchststände. Getrieben werden die Preise durch ein Gemisch aus konjunkturell bedingt hoher Nachfrage und einem knappen Angebot. Zudem sorgen hohe Gas- und Kohlepreise dafür, dass Erdöl als alternative Energiequelle genutzt wird. Das treibt die Preise zusätzlich.

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