Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 9900 Punkten

Die Virussorgen drücken die weltweiten Börsen tief ins Minus. Der SMI schliesst tiefrot.

(AWP/Reuters/RI) Der Schweizer Aktienmarkt ist auch am Freitag durchgeschüttelt worden. Mit einem Tiefststand bei 9766 Punkten im frühen Geschäft ist der Swiss Market Index (SMI (SMI 9104.51 1.2%)) auf ein Niveau gefallen, das zuletzt im Oktober 2019 gesehen wurde.

Auch an der Wall Street hat sich der Kursrutsch bis zum hiesigen Börsenschluss fortgesetzt. Dow Jones (Dow Jones 21824.47 0.87%) Industrial, der marktbreite S&P 500 (SP500 2577.52 1.42%) und der technologielastige Nasdaq 100 (Nasdaq 100 7766.08884 2.34%) bewegen sich alle klar im Minus. So verlieren etwa die Aktien von Tesla (TSLA 502.55 -2.3%) weiter an Wert und sind unter den schlechtesten im Nasdaq. Vor Wochenfrist standen die Titel des Elektroautoherstellers noch bei 900 $.

Für die zu Ende gehende Börsenwoche zeichnet sich ein Einbruch des Dow Jones Industrial von mehr als 12% ab. Für den Monat Februar sieht es mit einem Verlust von etwa 10% ebenfalls düster aus. Anleger flüchten weiter in Sicherheit: Zehnjährige US-Staatsanleihen erklommen am Freitag im frühen Handel ein weiteres Rekordhoch.

Das Coronavirus hat die Investoren unverändert fest im Griff. Nicht nur in der Schweiz, wo der Bundesrat inzwischen alle Grossveranstaltungen mit über 1000 Besuchern untersagt hat, breitet sich das Virus aus. Und auch wenn bisher die Mehrheit der Infizierten lediglich über Grippesymptome betroffen war, steht ausser Zweifel, dass die Wirtschaft global gesehen in Mitleidenschaft gezogen wird, wie die bereits zahlreich abgegebenen Gewinnwarnungen zeigen.

Swiss Life halten sich

Die Aktien von Swiss Life (SLHN 316.6 -1.68%) haben sich nach Zahlen verhältnismässig gut gehalten. Besser als der Markt haben sich Nestlé, Schindler und SGS geschlagen. Dem Schindler-Kurs dürfte nach Einschätzung von Händlern die Mitteilung helfen, dass der angeschlagene Konzern ThyssenKrupp die Aufzugssparte nun definitiv an ein Finanzkonsortium und nicht an einen Konkurrenten verkauft. Die VZ Gruppe hat Jahreszahlen im Rahmen der Erwartungen abgeliefert.

Zykliker wie ABB (ABB 16.56 -6.23%), Adecco (Adecco 36.47 -1.35%), Clariant (CLN 15.76 1.22%) sowie die Luxusgüterwerte Swatch Group (UHR 185.5 -0.51%) und Richemont (CFR 51.48 -2.68%) haben zwischen 5 und 2,5% der Bewertung eingebüsst. Möglicherweise sei dies nun der «finale Washout», sollten die Zentralbanken am Wochenende den Markt und die Weltwirtschaft stützende Massnahmen beschliessen, sagt ein Börsianer.

Franken gewinnt an Wert

Der Euro hat sich am Freitag gegenüber dem Dollar in engen Spannen bewegt. Am Mittag kostete die Gemeinschaftswährung 1.0993 $ und damit etwas weniger als am Morgen. Zeitweise war der Euro auf 1.1053 $ gestiegen, die Gewinne konnten aber nicht gehalten werden. Der amerikanische Dollar neigte weiter zur Schwäche.

Zum Schweizer Franken schwächte sich der Euro ab. Die Gemeinschaftswährung notierte am Mittag noch bei 1.0617 nachdem er am Morgen noch auf 1.0640 und am Vorabend auf 1.0659 notiert hatte. Der US-Dollar verlor zum Franken ebenfalls und stand zuletzt bei 0.9659 nach 0.9670 am Morgen und 0.9702 am späten Donnerstag.

Ölpreis im Sinkflug

Die Ölpreise haben am Freitag ihre rasante Talfahrt wegen der Corona-Krise ungebremst fortgesetzt. Seit mittlerweile sechs Handelstagen in Folge geht es mit den Notierungen für US-Öl und Rohöl aus der Nordsee nach unten. Auf Wochensicht steuert der Ölmarkt damit auf die stärksten Verluste seit 2011 zu.

Erstmals seit Dezember 2018 fiel der Preis für ein Barrell Rohöl der Nordseesorte Brent (Brent 22.54 -3.84%) unter 50 $.

Asien klar im Minus

Der MSCI-Weltindex gab am Freitag weitere 0,5% nach. Damit beläuft sich das Minus in dieser Woche bislang auf 9,3%. Es könnte die schlechteste Woche seit November 2008 bevorstehen. Damals betrug der Verlust 9,8%.

In Asien lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4% tiefer bei 21’077 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank ebenfalls um 4% und lag bei 1506 Punkten. Die Börse in Schanghai lag 3,4% im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzhen verlor 3,4%. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 0,3%.

Leser-Kommentare