Märkte / Aktien

SMI fällt unter 10’000 Punkte

Die Virus-Sorgen drücken den SMI am Freitag unter die Marke von 10'000. Den weltweiten Börsen droht die schlechteste Woche seit der Finanzkrise.

(AWP/Reuters/RI) Laut Berechnungen der Bank Julius Bär (BAER 31.24 1.07%) verliert der Swiss Market Index vorbörslich 2,7% auf 9926 Punkte. Die meisten SMI-Titel werden mit einem Abschlag von rund 3% angegeben.

Am geringsten ist das Minus bei Swiss Life (SLHN 305.6 -1.77%). Der Lebensversicherer hat im Vorjahr den Gewinn um 12% auf 1,20 Mrd. Fr. gesteigert. Die Dividende soll auf 20 von 16,50 Fr. je Aktie erhöht werden. Zudem sollen bis im Mai Aktien im Umfang von rund 400 Mio. Fr. erworben werden.

Das Coronavirus dürfte die Schweizer Börse zum Wochenschluss fest im Griff behalten. Negative Vorgaben aus den USA und Asien liessen eine weitere Verkaufswelle erwarten, heisst es am Markt.

Dem Leitindex droht damit eine seiner schlechtesten Wochen seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. Bis am Donnerstagabend beläuft sich das Minus des SMI (SMI 9242.44 -0.31%) auf mehr als 8%. Dass es im Verlauf zu einer Stabilisierung kommt, sei eher unwahrscheinlich. Fundamentaldaten interessierten die Marktteilnehmer kaum mehr, sagt ein Händler. «Der finale Washout steht uns noch bevor», sagt der Händler.

Ökonomen zufolge setzen Investoren nun darauf, dass die US-Notenbank schon im kommenden Monat die Zinsen senken dürfte, um die Wirtschaft anzukurbeln. «Die Auswirkungen des Coronavirus werden eindeutig grösser ausfallen als der Handelsstreit zwischen den USA und China», sagte Tomoaki Shishido, Analyst bei Nomura Securities.

Asien klar im Minus

Der MSCI-Weltindex gab am Freitag weitere 0,5% nach. Damit beläuft sich das Minus in dieser Woche bislang auf 9,3%. Damit könnte die schlechteste Woche seit November 2008 bevorstehen. Damals betrug der Verlust 9,8%.

In Asien lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4% tiefer bei 21077 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank ebenfalls um 4% und lag bei 1506 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 3,4% im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 3,4%. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 0,3%.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,5% auf 109,04 Yen und legte 0,1 % auf 7,0099 Yuan zu. Zum Schweizer Franken notierte er 0,1% höher bei 0,9682 Fr. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1% auf 1,0988$ und notierte kaum verändert bei 1,0643 Fr. Das Pfund Sterling verlor 0,1% auf 1,2873 $.

Ölpreise im Sinkflug

Die Ölpreise haben am Freitag ihren Sinkflug infolge der Corona-Krise fortgesetzt. Mit einem Wochenverlust von aktuell rund 14% zeichnen sich die schärfsten Preisabschläge seit mehreren Jahren ab. Der Druck auf die grossen Ölfördernationen, ihre Produktion weiter zurückzufahren, nimmt damit rapide zu.

Am Freitagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 34.89 17.55%) 50,74 $. Das waren 1,44 $ weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI (WTI 27.51 14.39%) fiel um 1,47 $ auf 45,62 $. Zurzeit notieren die Rohölpreise auf ihren tiefsten Ständen seit der Jahreswende 2018/2019.

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