Märkte / Aktien

Schweizer Börse bricht ein

Der Schweizer Aktienmarkt verliert deutlich. Der Goldpreis fällt unter 1900 $.

(AWP/Reuters/CF) Die Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der zweiten Coronawelle hat die Schweizer Börse am Mittwoch in die Tiefe gezogen. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 10'501.18 +0.03%)) verzeichnete den stärksten Einbruch seit Mitte Juni. Das sogenannte Angst-Barometer, der Volatilitätsindex, zog über 20% an. Händler erklärten, die Anleger befürchteten, dass die Einschränkungen zur Eindämmung des Virus in vielen Ländern eine erneute Rezession auslösen könnten. Diese Massnahmen hat die Schweiz beschlossen. 

Alle zwanzig Schweizer Standardwerte sacken ab. Schlusslicht waren Swiss Life (SLHN 409.10 +0.07%). Die Industrieunternehmen LafargeHolcim (LHN 48.07 -0.21%) und ABB (ABBN 24.15 -0.04%) flogen aus den Investoren-Depots. Am besten hielten sich Partners Group (PGHN 966.40 +1.07%). Die Aktien des Vermögensverwalters lagen nur marginal im Minus.

Im breiten Markt gaben Straumann (STMN 1'035.50 -0.43%) deutlich nach. Händler erklärten, die erneuten Einschränkungen des öffentlichen Lebens könnten das Geschäft des Zahnimplantateherstellers bremsen. Dagegen zogen Molecular Partners an. Novartis hat von der Biotechfirma die Vermarktungsrechte für zwei Medikamente zur möglichen Coronavirusprävention und -Behandlung gekauft.

Gegen den Trend stemmten sich Zur Rose (ROSE 269.50 -0.37%). Die Versandapotheke zählt zu den Coronagewinnern und wird im Vergleich zu Rivale Shop Apotheke (SAE 133.20 +1.22%) als günstiger bewertet beurteilt. Komax (KOMN 182.10 +3.76%) rückten ebenfalls vor. Mainfirst hat die Aktie des Maschinenbauers von der Verkaufsliste genommen und stuft sie nun mit «Hold» ein.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Dax niedriger 

Aus Furcht vor einer erneuten Rezession flohen die Anleger auch aus den internationalen Aktienmärkten. Der Dax (DAX 13'335.68 +0.37%) und der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3'527.79 +0.48%) rutschten ab. An der Wall Street starteten die Indizes Dow Jones (Dow Jones 29'910.37 +0.13%), S&P 500 (S&P 500 3'636.50 +0.21%) und Nasdaq 100 (Nasdaq 100 12'258.21 +0.87%) ebenfalls im Minus.

Für Schlagzeilen sorgten in Deutschland Deutsche Bank (DBK 9.48 +0.71%). Ein florierendes Kapitalmarktgeschäft hat dem deutschen Geldhaus zu einem unerwartet hohen Quartalsgewinn verholfen. «Obwohl auch das dritte Quartal von der Corona-Pandemie geprägt war, haben wir erneut ein Ergebnis erzielt, das unsere Planungen übertroffen hat», sagte Bankchef Christian Sewing am Mittwoch.

Ölpreise zeigen sich schwach

Die Ölpreise haben am Mittwoch deutlich nachgegeben. Das grosse Thema bleibt die Coronakrise. Die weltweit steigenden Infektionszahlen belasten den Ausblick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft und damit die Nachfrage nach Rohöl. In Deutschland wie auch vielen anderen europäischen Ländern droht ein neuerliches Herunterfahren der Wirtschaft zur Eindämmung der Pandemie.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 48.24 +1.13%) kostete zuletzt 39,80 $. Das waren 1,40 $ weniger als am Vortag. Zum letzten Mal war der Preis für europäisches Rohöl zum Monatsbeginn unter die 40-$-Marke gefallen. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 45.52 +1.22%)) sank um 1,60 $ auf 37,97 $. Im Vergleich zum Morgen nahm die Abwärtsdynamik damit zu.

Goldpreis fällt unter 1900 $

Der Goldpreis ist am Mittwoch deutlich gefallen. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) fiel am Nachmittag an der Börse in London mehr als 1% und rutschte unter die Marke von 1900 $. Zeitweise wurde bei $ der tiefste Stand seit drei Wochen erreicht. Am Morgen hatte das Edelmetall noch 1910 $ gekostet. Marktbeobachter erklärten den Dämpfer beim Goldpreis mit der Kursentwicklung am Devisenmarkt.

Eurokurs auf Talfahrt

Die Zuspitzung der Coronakrise hat den Euro am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Am Nachmittag kostete der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.20 +0.01%) 1,1732 $. Im frühen Handel hatte sie noch knapp unter der Marke von 1,18 $ notiert.

Auch der Euro in Franken (EURCHF 1.08 +0.11%) befindet sich weiterhin auf dem Rückzug. Er hat sich weiter von der Marke von 1,07 entfernt. Der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.90 +0.03%) kostet mit 0,9103 ebenfalls etwas weniger als vor ein paar Stunden, hält sich aber über 91 Rappen.

Leser-Kommentare