Märkte / Aktien

SMI schliesst mit Verlusten

Die Schweizer Börse handelt am Dienstag mit Abgaben. Roche belasten. Siegfried profitieren von Novartis-Deal. AMS ziehen an. Wallstreet im Minus.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag schwächer gezeigt. Der Leitindex SMI (SMI 10023.9 0.25%) verlor bei Eröffnung 0,3%. Im frühen Handel weitete er seine Verluste zunächst aus. Noch vor dem Mittag baute er einen Teil der Abgaben ab. Doch eine Erholung wurde nicht in Gang gesetzt – im Gegenteil. Am Nachmittag verharrte der SMI nämlich auf ebendiesem Niveau. Im späten Handel weitete der SMI seine Verluste nochmals aus. Er schloss unter 10’250.

Aus New York kamen eher negative Impulse. Nach den deutlichen Kursgewinnen zu Wochenbeginn hielten sich die Wallstreet-Anleger zurück. Die drei Hauptindizes gaben nach. Der breit gefasste S&P 500 (SP500 3465.39 0.34%) notierte bei Handelsende in Europa 0,5% leichter. Der Dow Jones (Dow Jones 28335.57 -0.1%) verlor 0,7%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite handelte 0,2% im Minus.

Die Aktien hätten zwar vorübergehend von den Hoffnungen auf ein neues Corona-Stimuluspaket in den USA profitiert, für weitere Kursgewinne fehle den Investoren aber noch immer Klarheit in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung, hiess es in Börsenkreisen. Und Unsicherheit mache sich auch wegen des für die Nacht auf Mittwoch angesagten ersten TV-Duells zwischen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden breit.

Die Finanzgemeinde hoffe aber auf mehr Licht in Bezug auf die Position Bidens hinsichtlich des Handelsstreits mit China und anderer Themen. In den Vordergrund rückt auch wieder das Thema Brexit, denn am heutigen Dienstag begann eine neue Runde von Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit der EU. Etwas getrieben werden die Aktien auch vom nahenden Ende des dritten Quartals, da es dabei in der Regel zu Umschichtungen in grösseren Depots kommt, wie ein Händler erklärte.

Roche am Ende

Im SMI belasteten besonders die Abgaben in Roche (ROG 297.4 0.05%). Für die Genussscheine hatte Berenberg die Abdeckung mit «Hold» wieder aufgenommen.

Optimistischer zeigte sich das Institut für Novartis (NOVN 76.48 -0.2%), die es zum Kauf empfiehlt. Novartis wurden aber auch von einem Upgrade des ESG-Ratings durch MSCI gestützt, wie es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank hiess. Zudem gab es Nachrichten: Novartis hatte für einen ungenannten Preis zwei Produktionsstätten in Spanien an den Pharmazulieferer Siegfried verkauft. Siegfried (SFZN 589 -2.16%) legten markant zu.

Einbussen nahmen die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 208.3 1.02%) und Richemont (CFR 63 0.67%) hin. Der Uhrenhersteller Swatch Group war am Wochenende Opfer eines Cyber-Angriffs geworden, der verschiedene Aktivitäten betroffen hatte. Die Systeme sind noch nicht wieder vollständig hergestellt. Das Unternehmen will nun eine Klage einreichen.

Am Tabellenende sind die Gewinner des gestrigen Tages zu finden. So büssten die Banktitel UBS (UBSG 11.26 0.13%) und Credit Suisse (CSGN 9.878 2.72%) klar ein. Mit Partners Group (PGHN 855.6 0.14%) und den Aktien der Versicherer Zurich Insurance (ZURN 315.1 1.38%), Swiss Re (SREN 67.98 0.74%) und Swiss Life (SLHN 337.1 0.54%) zeigten sich auch andere Finanzwerte schwächer.

In der Gewinnzone schlossen die Valoren des Bauchemiekonzerns Sika (SIKA 231.2 -1.28%), des Life-Science-Unternehmens Lonza (LONN 575 0.95%), des Sanitärtechnikers Geberit (GEBN 543.4 0.11%) und des Industriekonzerns ABB (ABBN 23.61 -1.71%).

AMS gesucht

An der Tabellenspitze im SMIM (SMIM 2626.94 0.02%) standen die Chipwerte AMS (AMS 20.99 -0.8%). Ein positiver Analystenkommentar von Merill Lynch liess Anleger zugreifen. Mit Logitech (LOGN 78.98 -2.47%) zeigten sich auch andere Tech-Papiere fester. Auf der anderen Seite waren die Titel des Bankensoftwareherstellers Temenos (TEMN 106.65 0.09%) zu finden.

Verluste verzeichneten die reisenahen Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 37.29 4.1%) sowie Flughafen Zürich (FHZN 132.2 4.34%).

Helvetia (HELN 78.45 0.77%) profitierten von einem Analystenkommentar. Die ZKB hatte das Rating für die Aktien der Versicherung von «Marktgewichten» auf «Übergewichten» erhöht.

Wenig auffällig zeigten sich Stadler Rail (SRAIL 37.1 0.16%), die von einem neuen Auftrag aus Mailand für bis zu achtzig Trams etwas gestützt wurden.

Basilea (BSLN 46.18 0.61%) konnten von einer Nachricht profitieren. Das Biopharmaunternehmen hatte den Start einer Phase-II-Studie mit einem seiner Produktkandidaten für die Behandlung von Hirntumoren angekündigt.

Nach einer markanten Umsatzsteigerung im ersten Semester zogen die Valoren des Energiespeicherherstellers Leclanché (LECN 0.55 -0.36%) an.

Asien mehrheitlich Plus

Die asiatischen Märkte handelten mehrheitlich mit Gewinnen, wozu wohl die wirtschaftliche Erholung Chinas beitrug. Der japanische Nikkei legte 0,1% zu. Zwischenzeitlich erreichte er den höchsten Stand seit sieben Monaten. Der breite Topix drehte derweil ins Minus und schloss 0,2% tiefer. In China kletterte der Shanghai Composite 0,6%, in Hongkong gab der Hang Seng dagegen 0,5% ab. Der koreanische Kospi stieg 1%.

Dollar bei 0.92 Fr

Der Dollar notierte zu vielen Währungen am Dienstag schwächer. So legte der Euro zum Greenback klar zu und überstieg die Marke von 1.17. Um 17.30 Uhr MESZ kostete die Gemeinschaftswährung zur US-Valuta 1.1740 $. Der Dollar gab auch zum Franken nach und notierte bei 0.92 Fr. Gegenüber dem Franken erreichte der Euro 1.08 Fr. Bei Börsenschluss in Europa wurde er zu 1.0808 Fr. gehandelt.

Ölpreis klar leichter

Der Ölpreis fiel am Dienstag stark. Bis zuletzt baute er die leichten Verluste aus dem frühen Handel kräftig aus. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 40.8 -0.73%) noch knapp 41 $. Gold (Gold 1902.05 -0.11%) notierte etwas fester bei einem Kurs von 1890 $ pro Feinunze.

Leser-Kommentare