Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 9600

Die Stabilisierungsversuche der Schweizer Börse sind am Donnerstag durch schwache Credit Suisse ausgebremst worden.

(AWP/Reuters/CF) An der Schweizer Börse hat sich der Krebsgang am Donnerstag fortgesetzt. Händler erklärten, angesichts der um sich greifenden Pandemie und der anstehenden US-Wahlen bleibe die Nervosität der Anleger hoch. Der Swiss Market Index (SMI), der schon die vorangehenden Sitzungen mit teilweise hohen Verlusten beendet hatte, gab erneut 0,3% auf 9556 Punkte nach.

An der Spitze der Verlierer standen Credit Suisse. Die Grossbank verfehlte im dritten Quartal selbst die pessimistischsten Analystenschätzungen. Gerade die Kombination aus rückläufigen Erträgen und höheren Kosten sorgt in Expertenkreisen für Gesprächsstoff.

Dahinter folgten Clariant. Der Hersteller von Spezialchemie hat zwar in einem schwierigen Umfeld seine Marge verteidigt – aber bei einem schrumpfenden Geschäft. Zudem wird der Ausblick als zurückhaltend gewertet. Mitbewerber hätten eine ermutigenderes Bild gezeichnet, heisst es.

Die Aktien von Richemont büssten auch viel ein. Weil sich US-Juwelierkette Tiffany und die französische LVMH-Gruppe nun doch noch auf eine Übernahme geeinigt hätten, erwachse dem Genfer Konzern ein starker Konkurrent im Schmuckgeschäft, so ein Händler. Zudem habe Richemont wegen Corona ohnehin einen schweren Stand.

Geberit zeigten nach Geschäftszahlen keine klare Richtung, hielten sich aber besser als der Gesamtmarkt. Die Neunmonatszahlen seien besser als erwartet, hiess es in Analystenkreisen, aber die Prognosen seien vorsichtig.

Fester notierten Swisscom. Die Telecomgesellschaft spürte im dritten Quartal zwar auch gewisse Coronaeffekte, die Markterwartungen hat sie aber übertroffen. Gelobt wird von den Analysten insbesondere das strikte Kostenmanagement.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Dax höher

Nach dem Coronakollaps vom Vortag stützen Schnäppchenjäger die Kurse an den europäischen Börsen. Der Dax legte zu, der Euro Stoxx 50 notiert etwas schwächer. Bund und Länder hatten sich auf weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens geeinigt, um die Corona-Pandemie wieder in den Griff zu bekommen. Damit sei die Katze aus dem Sack, sagte Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. «Die Stunde der Preisjäger könnte geschlagen haben.»

Volkswagen sorgten für Schlagzeilen. Dem Autobauer ist nach dem coronabedingten Geschäftseinbruch die Rückkehr in die Erfolgsspur gelungen.

Euro stabil über 1,17 $

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag nach deutlichen Signalen der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine zusätzliche Lockerung der bereits extrem expansiven Geldpolitik kräftig gefallen. Am Nachmittag rutschte der Euro in US-Dollar auf ein Tagestief bei 1,1661 $. Sie wurde damit einen Cent tiefer gehandelt als am Morgen.

Der Euro in Franken hingegen zeigt sich knapp unter 1,0690 relativ stabil. Der US-Dollar in Franken hingegen hat sich auf 0,9166 von 0,9120 am Mittag und 0,9092 im Tagesverlauf deutlich verteuert.

Ölpreise geben weiter kräftig nach 

Die Ölpreise sind am Donnerstag erneut stark gefallen. Seit der Wochenmitte stehen die Notierungen unter anderem wegen der jüngsten Zuspitzung der Corona-Krise unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 37,42 $. Das waren 1,70 $ weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,56 $ auf 35,83 $. Damit war US-Öl so günstig wie seit Juni nicht mehr.

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