Märkte / Aktien

SMI schliesst über der 9000-Punkte-Marke

Signale für ein vorsichtigeres Vorgehen der US-Notenbank Fed bei künftigen Leitzinserhöhungen haben dem Leitindex Auftrieb gegeben.

(AWP/Reuters/CF) Der Swiss Market Index (SMI; +1,4%) schliesst mit deutlichen Avancen. Für Schub haben am Donnerstag vor allem Spekulationen auf einen langsameren Zinsanstieg in den USA gesorgt. «Die Worte von US-Notenbankchef Jerome Powell sorgen sowohl in der Schweiz als auch in Europa für Euphorie unter den Anlegern», erklären die Analysten der Basler Kantonalbank (lesen Sie hier mehr).

Die Schweizer Standardwerte haben mit Swatch Group (–0,4%) als einziger Ausnahme zugelegt. Im Plus schliessen die beiden Pharma-Schwergewichte Roche (+0,7%) und Novartis (+2,5%). Der Pharmakonzern hat eine erweiterte Zulassung in der EU für sein Mittel Gilenya erhalten. Künftig dürften auch Kinder und jugendliche Patienten, die an Multipler Sklerose leiden, mit dem Mittel behandelt werden (lesen Sie hier mehr). Steil nach oben ist es mit Lonza (+5%) gegangen.

In der oberen Tabellenhälfte haben sich Swiss Life (+2,4%) bewegt. Der Lebensversicherer hat am Donnerstag einen Investorentag in Zürich abgehalten. Das Management hat dargelegt, in welche Richtung es das Geschäft in den kommenden Jahren lenken will (lesen Sie hier mehr).

Gefragt sind zudem konjunkturzyklische Werte wie ABB (+1,2%), Sika (+2,4%) und Geberit (+1,8%) gewesen. Die Banken Credit Suisse (+0,6%), UBS (+0,8%) und Julius Bär (+0,3%) haben sich im Mittelfeld des SMI bewegt.

Goldman Sachs hat derweil die Empfehlung für den Personaldienstleister Adecco (+2%) von «Neutral» auf «Buy» angehoben.

Die Tagesgewinner sind Technologieaktien. AMS (+5,2), Temenos (+2,4%) und Logitech (+2,6%) sind im Fahrwasser der US-Tech-Werte deutlich vorgerückt.

Derweil haben Cosmo (–15,9%) am Donnerstag mit einem Kurseinbruch auf die erfolgreich platzierte Wandelanleihe reagiert. Wie das Pharmaunternehmen am Morgen mitgeteilt hat, hat es die bereits am Vorabend angekündigte Wandelanleihe an diesem Morgen platziert (lesen Sie hier mehr).

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Deutsche Börse kaum verändert

Von der Hoffnung auf ein baldiges Ende der US-Zinserhöhungen haben die Anleger in Deutschland nicht profitieren können. Der deutsche Leitindex Dax (unv.) schliesst auf Vortagesniveau.

Für Aufregung hat in Frankfurt Deutsche Bank (–4%) gesorgt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt haben die Geschäftshäuser der Bank durchsucht. Grund seien Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mit (lesen Sie hier mehr).

Nach zunächst deutlichen Kursavancen, haben Bayer (–1,1%) ins Minus gedreht. Der Pharmariese plant einen Konzernumbau und will dabei 12’000 Stellen streichen. Ein signifikanter Teil davon werde in Deutschland wegfallen, hat Bayer am Donnerstag mitgeteilt (lesen Sie hier mehr).

Zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt haben Tele Columbus (+12,1%) gezählt, nachdem der Kabelanbieter einen kräftigen Anstieg des Nettogewinns vermeldet hat. Die Rückkehr auf den Wachstumspfad sei eine gute Nachricht, schrieb Analyst Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe. Die bekräftigten Gesamtjahresziele seien realistisch.

Wallstreet eröffnet leichter

Nach der Rally zur Wochenmitte hat die Wallstreet am Donnerstag bis zum hiesigen Börsenschluss eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dow Jones gibt wie auch der S&P 500 und der Nasdaq Composite nach.

Der Euro in Franken sowie der Euro in US-Dollar kosten am Donnerstag nur wenig mehr.

Derweil haben Hinweise auf ein weiter hohes Angebot die Ölpreise am Donnerstag an ihre Talfahrt der vergangenen Wochen anknüpfen lassen. Nach einer zwischenzeitlichen leichten Erholung diese Woche ist der Preis für ein Barrel (159 Liter) amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) am Vormittag erstmals seit Oktober 2017 unter 50 $ gefallen. Auch die Nordseesorte Brent ist auf den tiefsten Stand seit gut einem Jahr gesunken.