Märkte / Aktien

Schweizer Börse geht leichter ins Wochenende

Der Leitindex SMI schliesst am Freitag knapp unter der Marke von 10'500. Der Dollar steigt zum Franken auf Parität.

(AWP/MB/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag zwar im Minus beendet. Auch Wochensicht fuhr der Swiss Market Index dennoch ein Plus von rund 1% ein. Der SMI (SMI 9242.44 -0.31%) schloss am Freitag trotz der Verluste auf einem hohen Stand, aber knapp unter der Marke von 10’500 Punkten. Seit dem Zwischentief von Anfang Oktober hat der Leitindex beinahe um 8% zugelegt.

Das Handelsgeschehen war ruhig, daran änderte auch die Wallstreet nichts. Denn nach dem Feiertag «Thanksgiving» vom Vortag fand in den USA vor dem Wochenende lediglich eine verkürzte Sitzung mit einer geringeren Zahl an Marktteilnehmern als üblich statt. Die drei Wallstreet-Indizes notierten am Freitag bei Börsenschluss in Europa im Minus. Der Dow Jones (Dow Jones 21052.53 -1.69%) stand 0,3% im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2488.65 -1.51%) gab 0,2% nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite verlor ebenfalls 0,2%.

Viele Amerikaner nutzten den so genannten «Black Friday» als Brückentag und stürzten sich ein erstes Mal in den Vorweihnachtsrummel. Gebremst wurde die Stimmung an der Börse zudem von der Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong durch die USA. Nachdem China bereits mit Gegenmassnahmen gedroht hatte, scheint eine Einigung im Handelsstreit wieder etwas weiter in die Ferne gerückt.

Verluste bei den Zyklikern

Schwächere Kurse im SMI verbuchten zyklische Werte wie LafargeHolcim (LHN 34.32 -0.58%), Sika (SIKA 154.2 1.38%) und Geberit (GEBN 402 -2.59%). Die Bankaktien um UBS (UBSG 8.656 -1.5%) und Credit Suisse (Credit Suisse 7.626 -1.14%) zeigten sich ebenfalls schwächer.

Einbussen waren bei den Aktien von Richemont (CFR 49.96 -1.69%) und Swatch Group (UHR 182.35 -3.06%) auszumachen. Wie üblich, wenn die Hoffnung auf eine baldige Lösung im Zollstreit der USA mit China sinkt, trennten sich die Anleger von den Valoren der Luxusgüterhersteller, hiess es am Markt.

Die defensiven Schwergewichte Nestlé (NESN 102.36 1.27%), Novartis (NOVN 81.65 1.08%) und Roche (ROG 322.7 0%) konnten sich dem Negativtrend nicht ganz entziehen.

Etwas besser aufgelegt waren derweil die Versicherer. Swiss Re (SREN 71.18 -0.45%) standen an der Spitze des SMI. Weniger schwach als der Gesamtmarkt präsentierten sich zudem Zurich Insurance (ZURN 303.2 -9%) und Swiss Life (SLHN 305.6 -1.77%).

VAT Group gefragt

Im Aufwind waren im SMIM (SMIM 2087.724 -0.95%) VAT Group (VACN 130.5 0.69%). UBS hatte Donnerstagabend das Kursziel für die Aktien des Vakuumventileherstellers auf 142 von 117 Fr. erhöht und die Einstufung auf «Neutral» belassen.

Auch Vifor Pharma (VIFN 133.4 -0.07%) schlossen höher. Baader Helvea hatte die Aktie des Eisenmedikamentherstellers von «Hold» auf «Buy» hochgestuft. Das Kursziel lautet 194 Fr. Mit Straumann (STMN 654 -3.82%) und Sonova (SOON 156.05 -4.26%) gehörten auch andere Gesundheitswerte zu den Gewinnern.

Die Papiere des Halbleiterproduzenten AMS (AMS 7.822 -11.32%) rutschten nach frühen Gewinnen ins Minus. Logitech (LOGN 42.09 1.69%) schlossen leichter. Ein anderer Techtitel, Temenos (TEMN 108.6 -3.04%), rangierte unter den Gewinnern.

Auch die mittelgrossen zyklischen Werte hatten insgesamt einen schweren Stand. Neben den Chemieaktien von Ems-Chemie (EMSN 576 -1.37%) und Clariant (CLN 15.395 -0.77%) büssten auch die Industrietitel von Georg Fischer (FI-N 634 -0.63%), OC Oerlikon (OERL 7.495 -1.06%) und Bucher (BUCN 251.4 0%) Industries ein.

Dottikon überzeugten

Zu den Gewinnern am breiten Markt gehörten die Valoren von Dottikon ES (DESN 610 -1.61%). Das Chemieunternehmen hatte ein erfreuliches Halbjahresergebnis präsentiert und rechnet auch für das Gesamtjahr mit einer Ertragssteigerung.

Weniger euphorisch nehmen die Marktteilnehmer das Übernahmeangebot bei BFW Liegenschaften (BLIN 43.2 -4%) auf. Firmengründer Beat Frischknecht will «sein» Unternehmen von der Börse nehmen und offeriert 44.25 Fr. je kotierte Namenaktie A.

Zu den Verlierern gehörten zudem die Biotech-Firma ObsEva (OBSV 2.06 -3.29%) sowie der Nahrungsmittelzusatzherstellers Evolva (EVE 0.1716 -0.58%). Derweil legten die Aktien eines anderen Biotechunternehmens – Santhera (SANN 7.28 0.97%) – deutlich zu.

Die Aktien von Schmolz + Bickenbach (STLN 0.1378 -4.31%) gaben leicht nach. Der Stahlhersteller ist in finanziellen Schwierigkeiten und steht vor einer Kapitalerhöhung. Zudem ringen Grossaktionäre um die Kontrolle des Konzerns.

Asien von Handelsstreit belastet

An den asiatischen Börsen dominierte auch am Freitag die Angst, dass das von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Gesetz zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong den sino-amerikanischen Handelskrieg eskalieren lässt. So gab der Hang Seng in Hongkong mehr als 2% nach. In Tokio notierte der Nikkei 225 0,5% im Minus. Der südkoreanische Kospi verlor 1,4%. Der chinesische Shanghai Composite Index büsste 0,8% ein.

Dollar bei 1 Fr.

Der Dollar zeigte sich zur Schweizer Währung fester und erreichte die Paritätsmarke. Der Kurs um 17.30 Uhr MEZ lautete 1 Fr. Der Euro notierte zum Franken bei 1.1016 Fr. Knapp über der Marke von 1.10 notierte der Euro vergleichen mit dem Greenback. Der Euro lag bei 1.1020 $.

Ölpreis klar tiefer

Der Ölpreis sank am Freitag und knüpfte damit an die Verluste vom Vortag an. Im Handelsverlauf weitete er die Verluste etwas aus.  Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 34.89 17.55%) kostete bei Börsenschluss in Europa 62,50 $. Marktbeobachter begründeten den kräftigen Rückgang mit Hinweisen auf die künftige Förderpolitik von Opec+. Hier sind Mitgliedern des Ölkartells und verbündeter Ölstaaten wie Russland zusammengefasst. Zuletzt hatte sich angedeutet, dass auf dem Opec+ Treffen in der kommenden Woche keine weitere Kürzung der Fördermenge beschlossen werden dürfte. Der Goldpreis notierte fester bei 1463 $.