Märkte / Aktien

SMI schliesst im Plus

Die Schweizer Börse ist nach dem Ausverkauf vom Freitag mit Gewinnen in die neue Woche gestartet.

(AWP) Der Leitindex SMI (SMI 12'104.44 -0.60%) stieg am Montag um 0,2% auf 12.221 Punkte. Nach dem zweiprozentigen Kurssturz zu Wochenende griffen die Anleger auf dem ermässigten Niveau zu. Die möglichen Auswirkungen der Omikron-Variante des Coronavirus auf die Weltwirtschaft sorgten allerdings weiterhin für Nervosität und die Investoren allerdings griffen eher zögerlich zu.

Zu den grössten Gewinnern gehörten Unternehmen, die am Freitag stark gefallen waren. Spitzenreiter unter den Bluechips war der Luxusgüter-Hersteller Richemont (CFR 130.10 -0.99%) mit 4,1% Kursplus. Die Aktien des Finanzinvestors Partners Group (PGHN 1'232.00 -0.44%) stiegen um 2,9%. Gefragt waren auch die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB (ABBN 31.13 -4.19%), der Grossbank UBS (UBSG 16.94 -1.63%) und der Bauchemiefirma Sika (SIKA 310.30 -1.05%). Am breiten Markt zogen die Titel von Dufry (DUFN 46.92 -2.53%) 1,9% an. Am Freitag hatte der Duty-free-Shop-Betreiber 12% an Wert verloren.

Bei den SMI-Verlierern stand Logitech (LOGN 75.82 +0.74%) mit 3,5% Kursminus an der Spitze. Zum Wochenschluss hatten die Aktien des Computerzubehör-Herstellers dank der Aussicht auf anziehende Geschäfte bei einer Rückkehr zur Arbeit von zu Hause aus im grossen Stil mit 4% Kursplus zu den wenigen Gewinnern gehört.

Sichtguthaben bei der SNB (SNBN 5'740.00 +0.70%) steigen im Vergleich zur Vorwoche um 0,1 Mrd Fr.

Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind in der vergangenen Woche gestiegen. Die Einlagen von Bund und Banken lagen am 26. November bei 719,4 Mrd. Fr. nach 719,3 Mrd. in der Woche davor, wie die SNB am Montag mitteilte. Das ist ein Anstieg um rund 0,1 Mrd. Fr. Auf die Giroguthaben inländischer Banken entfielen Ende letzter Woche 646,9 Mrd. Fr.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

Bonds Schweiz: Stabilisierung nach den jüngsten Kursgewinnen

Die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus beschäftigt auch zum Wochenstart die Anleger am Schweizer Bondmarkt. Doch nach den Gewinnen vom vergangenen Freitag, als diese Angst die Nachfrage nach sicheren Anlagen merklich angekurbelt hatte, komme es nun zu einer leichten Gegenbewegung, heisst es am Markt. Sowohl der Zinsfuture Conf auf Anleihen der Eidgenossenschaft als auch den Swiss Bond Index geben leicht Terrain preis.

Investoren befürchten wegen der raschen Ausbreitung wieder einschränkende Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Doch auch wenn es wieder zu weitreichenden Lockdowns käme, dürften die einzelnen Volkswirtschaften das viel besser wegstecken als noch zu Beginn der Pandemie, kommentiert die Valiant (VATN 92.60 -0.64%) Bank. Zudem dürfte relativ rasch ein auch gegen die Omikron-Variante wirksamer Impfstoff entwickelt werden. Die Marktreaktionen seien übertrieben und es dürfte zu einer Gegenbewegung kommen. Allerdings könnte eine weitere Pandemiewelle die geldpolitischen Normalisierungsschritte der einzelnen Notenbanken verzögern. Die Zinserhöhungserwartungen seien daher bereits etwas nach hinten gerutscht.

Im weiteren Handelsverlauf dürften Konjunkturdaten stärker in den Fokus rücken. Am Nachmittag steht die erste Schätzung zur Entwicklung der deutschen Verbraucherpreise im November auf dem Programm. Am Markt wird mit einer Inflationsrate von bis zu 5% gerechnet.

Das Emissionskarussell dreht sich trotz des nahenden Jahresendes weiter. Am Primärmarkt holt sich die Black Sea Trade & Development Bank 150 Mio. Fr. für 5,25 Jahre zu 0,35%. Der Spread wird mit +63 BP angegeben.

Am Dienstag wird die Pfandbriefzentrale der Schweizer Kantonalbanken mit einer Dreiertranche erwartet. Händler erwarten ein Emissionsvolumen von rund einer Mrd. Fr.

In der vergangenen Woche beanspruchten vier Schuldner mit knapp 800 Mio. Fr. den Primärmarkt. Dabei holte sich der Aromenhersteller Givaudan (GIVN 3'818.00 -6.54%) mit zwei Bonds 300 Mio. Fr.

Die Neuemissionen seien relativ gut absorbiert worden, heisst es im Wochenkommentar der Luzerner Kantonalbank (LUKN 419.00 +0.96%). Die Käufe seien nicht nur von frischem Geld oder Cash sondern vermehrt auch von Umschichtungen getrieben worden. Dabei sei zuletzt eine zunehmende Risikoaversion der Anleger zu beobachten gewesen.

Der Dezember-Kontrakt des Conf notiert gegen 13.30 Uhr unverändert bei 165,85%. Der Umsatz beträgt 20 Kontrakte. Am Freitag war der Conf um 124 BP gestiegen.

Bis dahin sind zwei Eidgenossen zu höheren und einer zu einem tieferen Kurs gehandelt. Die beiden Benchmarkbonds hingegen sind ungehandelt: Die zweijährige Referenzanleihe (4%/2023) rentiert mit -0,82% und die zehnjährige (2,25%/2031) mit -0,24%.

Die Rendite des von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) berechneten zehnjährigen Kassazinssatzes sinkt auf -0,198 nach -0,188% am Freitag.

US-Anleger kehren trotz Omikron-Sorgen an Wall Street zurück

Nach den Kursverlusten vom Freitag haben US-Anleger zum Wochenstart nach günstigen Kaufgelegenheiten Ausschau gehalten. Gefragt waren vor allem Technologiewerte. Anleger hofften, dass diese die Pandemie am besten überstehen. Der technologielastige Nasdaq-Index stieg zur Eröffnung am Montag um bis zu 1,6% auf 15.741 Punkte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte zog um bis zu 1,1% auf 35.288 Punkte an. Der breiter gefasste S&P 500 legte in der Spitze 1,3% auf 4654 Zähler zu. Am Freitag waren die Indizes zwischen zwei und 3,5% eingebrochen, nachdem die Furcht vor der neu entdeckten Omikron-Variante des Corona-Virus weltweit zu einem Ausverkauf an den Börsen geführt hatte.

«Mit Blick auf die Zukunft ist die entscheidende Frage, wie gefährlich die neue Variante wirklich ist», teilten die Analysten von Berenberg mit. «Im Moment ist noch wenig bekannt. Wenn die Covid-19-Impfungen aber auch bei dieser Variante funktionieren, sollten die Märkte gegen Ende des Jahres wieder steigen. Andernfalls dürfte es eher ungemütlich werden.» US-Präsident Joe Biden will im Tagesverlauf die US-Bürger über die neue Corona-Variante und die Reaktion der USA informieren.

Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien, die am Freitag mit am stärksten gebeutelt waren. Die Aktien der grossen Fluggesellschaften American Airlines, Southwest Airlines, Delta Air Lines und United Airlines zogen zwischen 1,8 und 3,6% an, nachdem sie am Freitag eingebrochen waren.

Die Anteilsscheine von Applied DNA Sciences schossen in der Spitze um 20% nach oben, nachdem die Medizintechnik-Firma mitgeteilt hatte, dass ihr PCR-Test für den Nachweis der neuen Omikron-Variante eingesetzt werden kann.

Gefragt waren auch Twitter-Aktien, die um bis zu 11% zulegten. Twitter-Chef Jack Dorsey werde von seinem Posten zurücktreten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Agentur Reuters und bestätigte damit einen Bericht des Senders CNBC. Von dem Kurznachrichtendienst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Devisen: Euro fällt deutlich unter 1,13 US-Dollar

Der Euro ist am Montag unter Druck geraten. Nach deutlichen Gewinnen am Freitag fällt die Gemeinschaftswährung zum Wochenstart bis auf 1,1258 $ zurück und büsst damit etwa die Hälfte ihrer kräftigen Gewinne vom Freitag ein.

Zum Franken verliert der Euro weiter an Wert und nähert sich der Euro bei einem Stand von 1,0424 langsam der 1,04er Marke an. Der US-Dollar macht mit 0,9252 Fr. die Verluste wieder wett und notiert etwa auf dem Niveau vom Morgen.

«Die Schweizerische Nationalbank gesteht dem Franken Kursgewinne zu», schreibt die VP Bank (VPBN 99.20 -0.70%). «Selbst Notierungen von unter 1,05 gegenüber dem Euro sind für die eidgenössischen Währungshüter kein Tabuthema mehr.» Das lasse sich an der jüngsten Entwicklung der Sichteinlagen ablesen, die am Morgen veröffentlicht wurden. Letztere blieben in den vergangenen drei Wochen nahezu unverändert und gelten als Indikator für die Aktivität der SNB an den Devisenmärkten.

Ähnlich tönt es bei der Commerzbank (CBK 7.5770 -1.67%). Aufgrund der mittlerweile gestiegenen Inflation dürfte die SNB einen etwas stärkeren Franken akzeptieren. Die SNB scheine auch Niveaus unter der Marke von 1,05, welche sie im Frühjahr 2020 noch vehement verteidigt hatte, mittlerweile zu akzeptieren.

Beruhigung nach Omikron-Nervosität

Vor dem Wochenende hatte das Auftauchen der neuen Omikron-Variante des Coronavirus die Finanzmärkte verunsichert. Zu Wochenbeginn beruhigte sich die Stimmung nun aber wieder ein wenig. «Nachrichten aus Südafrika, dass der Krankheitsverlauf mit der Omikron-Variante recht mild verläuft, sowie die recht kurze Anpassungszeit bei mRNA-Impfstoffen auf neue Virusvarianten sprechen gegen eine anhaltende Eskalation an den Märkten», kommentierte die Dekabank.

Inflationsdaten aus Deutschland belegten abermals den ungewöhnlich hohen Preisauftrieb, bewegten am Devisenmarkt aber kaum. Im November ist die Teuerung so hoch ausgefallen wie seit 29 Jahren nicht mehr. Bankvolkswirte kommentierten mit gemischten Gefühlen: Einerseits wird erwartet, dass sich die Inflation im kommenden Jahr wieder zurückbildet, da sie nicht zuletzt auf Corona-Sondereffekten basiert. Andererseits gehen viele Fachleute nicht davon aus, dass die Teuerung wieder das niedrige Niveau von vor der Pandemie erreichen wird.

Türkische Lira bleibt unter Druck

Deutliche Kursverluste verbuchte einmal mehr die türkische Lira. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte seine Abneigung gegen ein straffe Geldpolitik. Seine Ansichten zu Zinsen und Inflation seien unverändert, erklärte er. Erdogan ist entgegen der herrschenden ökonomischen Lehre der Meinung, dass hohe Zinsen die Inflation anfachen anstatt sie zu dämpfen. Entsprechend befindet sich die türkische Notenbank trotz hoher Inflationsraten auf Zinssenkungskurs. Internationale Anleger verlieren deshalb zunehmend den Glauben in die Unabhängigkeit der Zentralbank und ziehen ihr Geld ab.

Ölpreise erholen sich ein Stück weit vom Omikron-Schock

Die Ölpreise sind am Montag stark gestiegen. Bis zum Mittag haben sie frühe Gewinne weiter ausgebaut, konnten aber dennoch nur einen Teil der massiven Verluste vom vergangenen Freitag wettmachen. Ende der vergangenen Woche hatte die Furcht vor der Ausbreitung der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus einen herben Einbruch der Notierungen ausgelöst.

Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 76,25 $. Das waren 3,53 $ mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WBS 87.35 +0.11%)) stieg um 3,60 $ auf 71,75 $.

Am Freitag waren die Ölpreise um zeitweise rund zehn $ je Barrel eingebrochen. «Das Ausmass des Preisrückgangs am Freitag war unseres Erachtens eine Überreaktion», sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Er verwies auf das dünne Handelsvolumen am Ölmarkt nach dem Thanksgiving-Feiertag in den USA, dass die starken Kursverluste wahrscheinlich begünstigt habe.