Märkte / Aktien

SMI schliesst leicht im Minus

Die Schweizer Börse hält sich über der Marke von 10'000. Die Schwergewichte belasten den Leitindex. Wallstreet notiert fester.

(AWP/SPU) Am Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag der eher durchwachsene Handel vom Wochenstart fortgesetzt. Nachdem der Leitindex SMI (SMI 10125.84 -0.61%) mit einem knappen Plus in den Handel gestartet war, drehte er rasch leicht ins Minus. Gegen die Mittagszeit notiert der SMI wenig verändert. Am Nachmittag rutschte er zeitweise ab, konnte sich aber über 10’000 halten. Bei Handelsende waren die Abgaben gering, was den freundlichen Märkten in den USA zu verdanken war.

In New York drehten die Märkte nämlich nach einem uneinheitlichen Auftakt ins Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 25827.36 0.36%) gewann bei Börsenschluss in Europa 0,1%, der S&P 500 (SP500 3130.01 0.45%) stiegt 0,7%. Der Nasdaq Composite legte 1,2% zu. Dow und S&P notierten somit rund 18% über ihren Niveaus von Anfang April und steuerten auf den grössten Quartalsgewinn seit 22 Jahren zu. Der Nasdaq Composite gewann rund 28% und markierte im Juni ein Rekordhoch. Für ihn wäre es das grösste Plus seit 2001.

Am Markt hiess es, die am Morgen in China veröffentlichen Konjunkturdaten seien eine Stütze für den Markt. Gleichzeitig stellten die anhaltenden Sorgen um die Pandemie ein Gegengewicht dazu dar. Sie drückten auch weiterhin auf die Stimmung, sodass Investoren sich zunehmend fragen, wie der Weg zurück in die Normalität aussehen wird. Eine V-förmige Erholung der Wirtschaft sei bereits in den Aktienkursen enthalten, erklärte ein Händler. «Das Enttäuschungspotenzial für den Fall, dass es anders kommt, ist dementsprechend hoch.» Daher sei kurzfristig mit weiteren Stimmungsschwankungen und Kursausschlägen zu rechnen.

Givaudan an der SMI-Spitze

Bei Givaudan (GIVN 3503 -0.85%) sahen Marktteilnehmer einen aktuellen Analystenkommentar als die treibende Kraft für das Plus. In einem Ausblick auf die bevorstehenden Halbjahreszahlen heiss es bei JPMorgan, der Aromen- und Duftstoffhersteller dürfte nicht nur eine widerstandsfähige Umsatzentwicklung aufweisen, sondern auch Margenfortschritte erzielt haben.

Die Schwergewichte des SMI belasteten den Markt mit Abgaben. So schlossen die Pharmawerte Roche (ROG 328.8 -1.23%) und Novartis (NOVN 82.38 -0.79%) im Minus. Auch Nestlé (NESN 105.12 -0.61%) blieben zurück.

Die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 55.62 0.11%) setzten nach einem freundlichen Handelsstart ihren jüngsten Abwärtstrend fort.

Bei Richemont (CFR 61.5 -0.16%) sorgte das durch Credit Suisse (CSGN 9.852 -0.44%) erhöhte Kursziel kaum für Bewegung. Derweil notierten Swatch Group (UHR 190.3 -0.73%) fester.

Die Versicherer wie Swiss Life (SLHN 353 0%), Zurich Insurance (ZURN 338.2 -0.53%) und Swiss Re (SREN 74.4 -0.4%) konnten im späten Handel wieder an ihre Stärke vom Morgen anknüpfen und folglich Gewinne einfahren. Auch UBS (UBSG 11.04 -0.45%) und Credit Suisse gehörten am Ende des Börsentages zu den Gewinnern.

AMS gaben nach

Im SMIM (SMIM 2491.345 -0.13%) bildeten Vifor Pharma (VIFN 144.45 0.56%) das Schlusslicht. Die Commerzbank (CBK 4.127 -0.05%) hatte das Kursziel für die Titel gesenkt und dies mit tieferen Schätzungen für bestimmte Medikamente begründet.

AMS (AMS 14.765 3.07%) gaben nach. Gestern hatten die Aktien des Chipherstellers klar zugelegt. Dem standen Kursgewinne bei einem anderen Tech-Wert – Temenos (TEMN 149.55 1.36%) –gegenüber. Auch hier war ein Analystenkommentar die treibende Kraft. Goldman Sachs (GS 197.4 -0.09%) hatte das Kursziel für die Valoren am Morgen erhöht.

Die Titel von Barry Callebaut (BARN 1817 -0.16%) fielen. Hier reagierten Investoren verschnupft auf eine Abstufung durch Morgan Stanley (MS 47.79 0.38%). Im Rahmen einer Branchenstudie wurde das Rating von «Equal Weight» auf «Underweight» und das Kursziel von 1750 auf 1600 Fr. reduziert.

Im breiten Markt fielen Leonteq (LEON 42.95 -2.72%) mit einem markanten Plus auf. Der Finanzdienstleister geht mit dem Vermögensverwalter BlackRock eine strategische Partnerschaft im Bereich strukturierte Anlageprodukte ein. Im Handel wurde die Zusammenarbeit als ein Zeichen der Zuversicht gewertet.

Die Aktien des Automobilzulieferers Autoneum (AUTN 94.6 1.23%) schlossen nach seiner angepassten Finanzierung im Plus. Mit den Massnahmen sollen die Liquidität und die langfristige Finanzierung des Unternehmens sichergestellt werden.

Fester tendierten die Aktien des Backwarenkonzerns Aryzta (ARYN 0.4466 -2.45%). Er berichtete am Morgen, dass sich der Umsatzschwund im bisherigen Verlauf des vierten Quartals (per Ende Juli) gegenüber den Vormonaten etwas verlangsamt hatte.

Hochdorf (HOCN 63.8 1.27%) waren zeitweise vom Handel ausgesetzt gewesen. Heute fand die GV des Milchverarbeiters statt, dabei hatte die Unternehmensspitze eine Schlappe erlitten.

MCH Group (MCHN 17.8 -1.11%) kamen nach dem gestrigen Kurssprung zurück. Gemäss FuW-Informationen interessiert sich Familie Murdoch für die Messebetreiberin. 

Asien mit Avancen

Die Händler in Asien liessen sich von der guten Laune an der Wallstreet vom Montag anstecken. Damit dürfte das beste Quartal der asiatischen Börsen seit 2009 abgerundet werden. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,3% höher, der breiter gefasste Topix stieg 0,6%. Der Shanghai Composite lag 0,7% im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzhen, der CSI 300, kletterte 1,1%. Der Hang Seng in Hongkong büsste einen Grossteil seiner Avancen ein und legte 0,2% zu, und in Südkorea avancierte der Kospi um 1%.

Franken klar fester

Der Franken erstarkte am Dienstag zum Dollar und Euro. Zudem fiel der Euro zwischenzeitlich unter die Marke von 1.12 $. Bis zum Abend erholte sich die Gemeinschaftswährung aber wieder und notierte bei 1.1245 $. Derweil schien der Schweizer Franken von seinem Status als sicherer Anlagehafen zu profitieren. So notierte der Euro mit 1.0648 Fr. klar tiefer als am Vortag. Und der Dollar fiel deutlich unter die Marke von 0.95 auf 0.9468 Fr.

Goldpreis erneut fester

Der Ölpreis baute am Dienstag seine zwischenzeitlich Verluste ab, nachdem die Notierung zum Wochenauftakt von besser als erwartet ausgefallenen US-Konjunkturdaten profitiert hatte und kräftig gestiegen war. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.26939 -1.15%) kostete bei Börsenschluss in Europa 41.50 $. Gold (Gold 1774.81 0.11%) zeigte sich über weite Strecken wenig verändert. Doch am Abend zog das Edelmetall an und markierte einen Kurs von 1783 $ pro Feinunze.

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