Märkte / Aktien

SMI schliesst stabil

Die Schweizer Börse konsolidiert. Nestlé stützen, Pharmawerte erholen sich. Zykliker sind uneinheitlich. Der Franken schwächt sich ab.

(AWP/SPU) Die Schweizer Aktienbörse hat sich am Montag stabil präsentiert. Das Geschäft verlief relativ ruhig, sagte ein Händler. Nachdem die meisten grossen Unternehmen ihre Halbjahresergebnisse veröffentlicht hätten, befinde sich der Markt nun auf Richtungssuche. Die konjunkturellen Aussichten würden ausserdem von den Lieferproblemen etwas eingetrübt. «Wir befinden uns ein wenig im luftleeren Raum», so der Händler. «Wir konsolidieren auf hohem Niveau», so ein anderer. Eine Verschnaufpause tue dem Markt nur gut.

In den USA kauften die Anleger mehrheitlich zu. Der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) stieg bei Börsenschluss in Europa 0,6%. Der Dow Jones notierte 0,1% fester. An der Technologiebörse war die Stimmung noch etwas besser. Der Nasdaq Composite avancierte 0,8%.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte am Freitag noch für gute Stimmung an den Märkten gesorgt. Er stellte zwar eine Reduzierung der Anleihenkäufe noch in diesem Jahr in Aussicht, wurde dabei aber nicht konkret und betonte, dass dies noch kein unmittelbares Zeichen für eine baldige Zinserhöhung sei. In der neuen Woche dürften nun vor allem Makrodaten das Geschehen beeinflussen. Dabei wird vor allem der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag im Fokus stehen.

Versicherer schwächer

Auf der Verkaufsliste bei den Blue Chips standen Swiss Re (SREN 81.42 +0.47%). Der Rückversicherer leidet unter den Befürchtungen, dass der Hurrikan «Ida» im Süden der USA umfangreiche Schäden verursacht hat oder noch verursachen wird. Inzwischen hat «Ida» allerdings an Stärke verloren. Die Behörden warnen indes weiter vor «katastrophalen Sturmfluten», orkanartigen Winden sowie Sturzfluten. Im Sog von Swiss Re neigten auch die Aktien von Zurich Insurance (ZURN 389.40 +0.18%) zur Schwäche. Der Erstversicherer zählt in den USA zu den grösseren Versicherungen.

Da auch der Lebensversicherer Swiss Life (SLHN 484.50 +0.58%) und die Grossbank UBS (UBSG 15.92 0%) etwas nachgaben, könne die Ursache für Schwäche der Finanzwerte auch damit begründet werden, dass die Zinsen wohl noch längere Zeit sehr tief bleiben werden, hiess es am Markt.

Deutlicher waren die Verluste in den Luxusgüteraktien von Richemont (CFR 108.85 +0.05%) und Swatch Group (UHR 246.10 -0.77%).

Die defensiven Pharmawerten Novartis (NOVN 76.61 +0.38%) und Roche (ROG 353.20 -2.95%) erholten sich im Handelsverlauf von teilweise etwas grösseren Verlusten. Roche hatte am Freitag nach Börsenschluss mitgeteilt, dass der Antrag auf ein beschleunigtes Zulassungsverfahren in den USA für das Medikament Tecentriq in Kombination mit einer Chemotherapie zur Behandlung von Brustkrebs freiwillig zurückgezogen werde. Nach einer Schätzung der Bank Vontobel (VONN 83.35 +0.18%) könnte das Ausbleiben des Umsatzes bei Tecentriq den fairen Wert des «Bon Roche» um 3 Fr. drücken.

Novartis schossen wenig verändert. Der Pharmakonzern wird an der kommenden Tagung der European Society for Medical Oncology (ESMO), die vom 16. bis 21. September stattfindet, diverse Studien vorstellen.

Tech-Werte im Plus

An der Spitze im SMIM (SMIM 3'349.14 +0.22%) standen VAT Group (VACN 395.40 -2.42%). Die Aktien des Vakuumventileherstellers arbeiten sich Richtung 400 Fr. vor.

Zudem machten Cembra (CMBN 63.30 +0.24%) Money Bank einen kleinen Teil des Kurseinbruchs in der Vorwoche wett.

Gefragt waren die Technologiewerte AMS, Logitech (LOGN 83.50 +0.85%) und Temenos (TEMN 121.00 +1.68%), die aufgrund der Kursgewinne an der US-Börse Nasdaq gesucht waren.

Am breiteren Markt fielen Ascom (ASCN 14.70 -1.34%) auf. Das Technologieunternehmen hatte mit der Vertriebsorganisation Vizient eine Vereinbarung für die USA unterzeichnet.

Bachem (BANB 749.00 -10.41%) konsolidierten für einmal. Der von einem Kurshoch zum nächsten steigende Peptidhersteller wurde reihum empfohlen. Das Unternehmen hatte am Freitag Halbjahreszahlen präsentiert, die besser ausgefallen waren als erwartet.

Zur Rose (ROSE 367.50 -0.54%) gewannen. Laut Händlern gibt es nach den zweistelligen Kursgewinnen der letzten Woche bei der Versandapotheke Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss mit der deutschen Shop Apotheke (SAE 141.00 +0.28%).

Komax (KOMN 233.20 -0.68%) gewannen nach einer Kurszielerhöhung und einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux.

Gurit (GUR 1'644.00 -1.56%) wurden von einer ZKB-Empfehlungsänderung belastet. Morgen hält der Industriekonzern sein Kapitalmarkttag ab.

Starke Avancen verzeichneten Aluflexpack (AFP 27.00 -0.37%) sowie Wisekey (WIHN 1.13 +0.45%).

Verlierer am breiten Markt waren Santhera (SANN 1.38 -0.86%). Das Pharmaunternehmen war in den letzten Tagen wegen Spekulationen über mögliche Kursmanipulationen in den Schlagzeilen.

Asiens Börsen im Plus

Die vorsichtigen Worte des US-Notenbankchefs Jerome Powell wirkten an den asiatischen Märkten beruhigend. Die Börsen tendierten am Montag fester. Der japanische Nikkei 225 (Nikkei 225 29'215.52 +0.65%) stieg 0,5%. Der breit gefasste Topix legte 1,1% zu. Der Hang Seng von Hongkong notierte 0,3% höher als vor dem Wochenende. Die grössten Gewinne verzeichnen rohstoffnahe Sektoren. In Indien erreichte der BSE Sensex (BSE Sensex 61'716.05 -0.08%) ein neues Rekordhoch, angeführt von Rohstoff- und Autoaktien. Einen Gewinn von 0,3% verzeichnete der südkoreanische Leitindex Kospi (Kospi 3'029.09 +0.7%). Derweil büssten chinesische Titel gemessen am CSI 300 0,7% ein.

Euro bei 1.18 $ und 1.08 Fr.

Der Franken zeigte sich zu Wochenbeginn schwächer. So legte der Euro zur Schweizer Währung auf 1.0811 Fr. zu. Der Dollar gewann ebenfalls deutlich und notierte bei 0.9164 Fr. Um 17.30 Uhr MESZ kostete die Gemeinschaftswährung  zum Greenback etwas weniger als 1.18 $.

 

Ölpreis etwas tiefer

Der Ölpreis tendierte zu Wochenbeginn eher seitwärts. Der schwere Hurrikan «Ida», der auch die ölreiche US-Golfregion überquerte, sorgte zunächst nicht für grössere Preisbewegungen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete bei Börsenschluss in Europa rund 73 $.

Gold drehte ins Minus und stand bei 1809 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 62'246.00 +0.53%) verharrte weiter unter der Marke von 50’000 $. Die Cyberdevise lag am Abend bei rund 48’000 $.

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