Märkte / Aktien

SMI schliesst dank Schlussspurt im Plus

Die Schweizer Börse zeigt sich unentschlossen. Swiss Re legen zu. Auch andere Finanzaktien sind stärker. Der Euro notiert unter 1.07 Fr.

(AWP/SPU) Die Märkte sind zum Wochenschluss nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Zwar stabilisierte sich der SMI (SMI 10'353.50 +0.11%) etwas, doch die Anleger reagierten weiterhin nervös. Der Leitindex verlor bei Eröffnung 0,5%. Im frühen Handel drehte er ins Plus – allerdings konnte er sich nur für wenige Augenblicke dort halten. Im weiteren Handelsverlauf schwankte er zwischen leichten Gewinnen und Verlusten. Dabei testete er sein bisheriges Tagestief mehrmals. Dank eines Schlussspurts in den letzten Handelsminuten schloss der SMI auf seinem Tageshöchst. Er beendete diese Handelswoche mit einem Minus von rund 4,5% zu beenden. Für Oktober ist die Bilanz auf diesem Niveau mit Abgaben von rund 7% ebenfalls klar negativ.

In New York legten die Börsen nach der gestrigen Erholung wieder den Rückwärtsgang ein. Die drei Wallstreet-Hauptindizes büssten deutlich ein. Der S&P 500 (S&P 500 3'664.60 -0.07%) verlor 1,2%. Der Dow Jones (Dow Jones 29'969.52 +0.29%) ging um 0,9% zurück. Einen Verlust von 2,1% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite. Oben auf der Verkaufsliste standen die Aktien von Apple (AAPL 122.94 -0.11%): Der Tech-Gigant verbuchte den stärksten Rückgang bei den Erlösen mit iPhones seit zwei Jahren, weil sich viele Kunden vor der Einführung der neuesten 5G-Modelle mit Käufen zurückhielten. Auch der Verzicht auf eine Umsatzprognose kam nicht gut an. Unter Druck standen auch Amazon (AMZN 3'186.73 -0.52%) und Facebook (FB 281.85 -1.97%): Amazon geht von höheren Kosten im Zusammenhang mit der Pandemie aus, Facebook stellt sich auf ein schwierigeres Jahr 2021 ein. Twitter (TWTR 47.79 +1.19%) brachen derweil nach schwachen Wachstumszahlen ein.

An den Belastungsfaktoren hat sich derweil nichts geändert. Vielmehr werden die Einschränkungen in vielen Ländern wegen der steigenden Coronazahlen nun weiter verschärft. Sowohl Unternehmen als auch private Haushalte halten sich mit Ausgaben zurück. Der wirtschaftliche Aufschwung drohe so ins Stocken zu geraten, fasste es ein Marktteilnehmer zusammen. Auch wenn die aktuellen BIP-Zahlen aus der Eurozone an diesem Freitag positiv überraschen. Hinzu kommen die US-Präsidentschaftswahlen in der kommenden Woche. Die Ergebnisse werden für Mittwoch erwartet. Bis dahin dürfte die Nervosität gross bleiben, sind sich Börsianer einig. Wie gross sie derzeit ist, zeigt sich auch am Volatilitätsindex für den SMI, der am Freitag so hoch notierte wie zuletzt im Juni.

Swiss Re profitierten nach Zahlenpublikation 

Unter den Schweizer Blue Chips stachen Swiss Re (SREN 82.92 -0.02%) als Gewinner hervor. Die ersten neun Monate waren beim Rückversicherer nicht so dramatisch ausgefallen, wie von einigen Analysten befürchtet. Vor allem der Gewinn im dritten Quartal überraschte positiv. Auch anderer Versicherer wie Zurich Insurance (ZURN 363.00 -0.55%) oder Swiss Life (SLHN 408.70 +0.12%) avancierten. Zudem legten die Bankaktien Credit Suisse (CSGN 11.74 +0.69%) und UBS (UBSG 12.94 +0.04%) zu, nachdem CS gestern in der Folge der Zahlenpublikation stark eingebüsst hatten.

LafargeHolcim (LHN 48.60 +0.77%) standen ebenfalls in der Gunst der Anleger. Der Baustoffkonzern hatte sich deutlich besser als erwartet geschlagen. Der Ausblick ist positiv.

Weitere Zykliker wie Geberit (GEBN 525.60 0%) oder ABB (ABBN 24.01 +0.08%) legten zu. Der Sanitärtechnikkonzern hatte am Vortag mit seinen Zahlen besser als erwartet abgeschnitten. Sika (SIKA 223.00 -0.27%) gaben derweil nach.

Aufwärts ging es für Partners Group (PGHN 975.40 -0.41%), nachdem der Vermögensverwalter seine Partnerschaft mit UBS gefestigt hatte.

Auf der Verliererliste waren unterdessen erneut die Aktien von Richemont (CFR 74.10 -0.19%) zu finden. Sie hatten schon am Vortag zu den Verlierern gehört. Die Übernahme von Tiffany durch LVMH (MC 495.55 -0.51%) wirft bei Marktteilnehmern Fragen über das Marktpotenzial von Richemont auf.

Schwächer präsentierten sich auch die Anteilsscheine der Swisscom (SCMN 473.10 -0.63%), die sich am Vortag nach Zahlen recht wacker geschlagen hatten. Von ihren zeitweise deutlichen Verlusten konnten sich die Schwergewichte Nestlé (NESN 99.88 +0.57%) und Roche (ROG 299.70 0%) bis Börsenschluss erholen.

Tech-Titel uneinheitlich

AMS (AMS 24.19 +0.71%) setzten den Zickzackkurs der letzten Tage fort. Hier verwiesen Händler auf die Apple-Zahlen. Der iPhone-Hersteller hatte keine Angaben über seine Erwartungen für das Schlussquartal gemacht und damit bereits bei zahlreichen Zulieferern in Asien für Abgaben gesorgt.

Mit Logitech (LOGN 77.38 +0.31%) und Temenos (TEMN 118.20 +0.08%) schlossen zwei weitere Vertreter aus der Technologiebranche im Minus.

Derweil fielen im SMIM (SMIM 2'760.11 +0.19%) die Aktien des Vakuumventileherstellers VAT Group (VACN 196.90 +0.92%) mit Avancen auf. Fester notierten zudem die seit Monaten stark volatilen Valoren des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 55.80 +4.34%).

Darüber hinaus griffen Investoren bei Straumann (STMN 1'034.50 +0.34%) zu. Die Experten von Mirabaud hatten am Morgen das Kursziel für die Titel des Dentalimplantatherstellers auf 1111 Fr. angehoben.

Nach dem Ausverkauf erholten sich die Aktien des Baukonzerns Implenia (IMPN 22.70 +1.52%) am Freitag spürbar.

Im breiten Markt waren die Verluste bei Industrieaktien wie Schlatter (STRN 26.60 0%) oder Conzzeta (CON 1'066.00 -0.19%) besonders stark.

Asien schwach

In Asien sanken die Aktienmärkte am Freitag deutlich. In Tokio fiel der Nikkei 225 um 1,5% und der breiter gefasste Topix um 2%. Der Hongkonger Hang Seng verlor 1,9%, und auf dem chinesischen Festland sank der CSI 300 um 1,9%. Der koreanische Kospi gab 2,6% nach.

Euro unter 1.07 Fr.

Der Euro notierte am Freitag weiter unter der Marke von 1.17 $. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.1651 $. Derweil entfernte sie sich auch zum Franken von der Marke 1.07. Bei Börsenschluss in Europa notierte der Euro bei 1.0675 Fr. Der Dollar wurde etwas fester zu 0.9165 Fr. gehandelt.

Ölpreis: Erholung verpuffte

Der Ölpreis schwankte am Freitag stark. Nach dem Preisrutsch der letzten Tage erholte sich der Kurs des Schwarzen Goldes zunächst deutlich. Doch bei Handelsende in Europa notierte der Ölpreis wieder kaum verändert. Somit verzeichnete der Ölmarkt die höchsten Verluste seit März. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 49.34 +1.13%) kostete um 17.30 Uhr MEZ 37.50 $. Gold (Gold 1'838.76 -0.13%) lag etwas höher bei einem Kurs von 1880 $ pro Feinunze.

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