Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse gibt nach einem Auf und Ab leicht nach. Lonza ziehen an. Bankaktien sind schwächer. Wallstreet notiert tiefer.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenstart etwas leichter geschlossen. Zwischenzeitlich sorgten Impfstoffnachrichten für Rückenwind. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10'945.46 +0.63%) büsste bei Eröffnung 0,4% ein. Im frühen Handel baute er sein gesamtes Minus ab. In der Folge zeigte er sich unentschlossen, bis am frühen Nachmittag Moderna verkündete, noch heute eine Notfallzulassung für ihren Coronaimpfstoff zu beantragen. Daraufhin erreichte der Leitindex einen Stand von 10’550. Doch im Sog von Wallstreet konnte der SMI seine Gewinne nicht halten und drehte abermals ins Minus.

Aus New York kamen denn auch negative Signale für den Schweizer Handel. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes bewegten sich bei Börsenschluss in Europa abwärts. Der S&P 500 (S&P 500 3'845.00 +1.44%) gab 0,9% nach. Auf Monatssicht legte er dennoch rund 11% zu – so viel wie nie zuvor in einem November. Der Dow Jones (Dow Jones 31'188.38 +0.83%) verlor 1,3%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite erfuhr Abschläge von 0,8%.

Der Markt bewege sich zwischen kurzfristigen Sorgen wegen der sich verschärfenden Coronaviruskrise und mittelfristigen Hoffnungen auf Impfstoffe und eine wirtschaftliche Erholung, erklärten Beobachter. Daher dürften fundamentale Daten das Geschehen wieder stärker beeinflussen. Der diesbezügliche Höhepunkt der Woche – der offizielle Bericht des US-Arbeitsministeriums – steht aber erst am Freitag auf dem Programm. Der Arbeitsmarkt ist wichtig für das Konsumverhalten, denn der Konsum bildet das Rückgrat der US-Wirtschaft.

Lonza an der Spitze

Im SMI lagen die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 593.40 +2.31%) nach einer Phase der Gewinnmitnahmen deutlich im Plus. Impulse gingen zudem von Neuigkeiten bei US-Partner Moderna (MRNA 125.14 +0.1%) aus. Fester schlossen zudem die Titel des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (GIVN 3'546.00 -0.23%). Auch die Valoren des Bauchemieherstellers Sika (SIKA 246.70 +1.4%) gewannen.

Die defensiven Pharmaschwergewichte drifteten im späten Handel stark auseinander. Während Novartis (NOVN 86.01 +0.57%) deutlich zulegten, gaben Roche (ROG 320.00 +0.57%) klar nach. Auch Nestlé (NESN 100.82 +0.22%) belasteten den SMI mit Verlusten.

Die Grossbankaktien UBS (UBSG 13.30 +0.57%) und Credit Suisse (CSGN 12.26 +0.7%) büssten deutlich ein. Die Absage der Hochzeit von BBVA und Sabadell am Freitag in Spanien habe das Sentiment für den Sektor getrübt, sagten Beobachter. Auch Versichererwerte wie Zurich Insurance (ZURN 376.00 +0.32%), Swiss Re (SREN 83.18 -0.57%) und Swiss Life (SLHN 426.50 -0.26%) blieben zurück.

Swatch Group (UHR 257.20 +0.94%) und Richemont (CFR 85.88 +2.8%) waren im letzten Monat gut gelaufen, heute setzten Gewinnmitnahmen ein.

Adecco gesucht

Mit einem Plus fielen die zum SLI zählenden Papiere des Personaldienstleisters Adecco (ADEN 58.90 +0.1%) auf. Am Vortag des vielbeachteten Investorentages hatte Credit Suisse ihr Rating gleich um zwei Stufen von «Underperform» auf «Outperform» hochgesetzt.

Gesundheitswerte wie Straumann (STMN 1'031.50 +0.63%) oder Sonova (SOON 229.00 +2.32%) erholten sich nach einer zuletzt unterdurchschnittlichen Entwicklung.

Vifor Pharma (VIFN 135.90 -1.27%) stiegen weiter. Am vergangenen Freitag resultierte ein Aufschlag von gut 8%. Auslöser war ein Medienbericht, wonach der Pharmakonzern ins Visier von Private-Equity-Firmen gerückt sei.

Tecan (TECN 448.20 +1.4%) zogen an. Der Chef des Laborausrüsters, Achim von Leoprechting, hatte im FuW-Gespräch auch für das kommende Jahr ein anhaltend starkes Wachstum in Aussicht gestellt.

Gesucht waren erneut die Aktien des Logistikers Kühne + Nagel (KNIN 203.40 +0.79%). Sie festigten sich über der Marke von 200 Fr.

Auch die Aktien des Verpackungsspezialisten SIG Combiblioc setzen ihren Aufwärtstrend fort.

Die Valoren Flughafen Zürich (FHZN 153.40 +0.46%) verbilligten sich. Der UBS-Analyst hatte davor sein Rating für Flughafen Zürich von «Buy» auf «Neutral» gesenkt. Die jüngste Erholung des Verkehrsaufkommens sei in der Aktienperformance seit Anfang November bereits eingepreist, erklärte er.

Technologieaktien entwickelten sich unterschiedlich. Während Logitech (LOGN 88.68 +1.95%) nach den jüngsten Gewinnmitnahmen zur Stärke zurückfanden, verloren AMS (AMS 22.06 +0.18%).

Auch im SMIM (SMIM 2'881.83 +0.63%) waren Finanzwerte schwächer aufgelegt, wie Verluste bei Helvetia (HELN 94.30 -0.16%), Baloise (BALN 156.30 -0.32%) oder Cembra (CMBN 101.70 +0.1%) Money Bank zeigten. Die Titel der Privatbank Julius Bär (BAER 55.04 -0.33%) stemmten sich gegen den Branchentrend.

Die Aktien des Chipspezialisten U-Blox (UBXN 75.25 +1.76%) gaben einen Teil ihrer starken Vorwochengewinne ab.

Stimmung in Asien schlecht

Die asiatischen Märkte liessen sich von der freundlichen Freitagsstimmung an Wallstreet nicht anstecken. Vielmehr präsentierten sie sich schwächer. In Tokio prägten nach dem kraftvollen Aufstieg im bisherigen Monatsverlauf Gewinnmitnahmen das Geschehen. Der Nikkei 225 notierte im heutigen Montagshandel 0,8% unter dem Schlusskurs vom Freitag. Im breiter gefassten Topix waren es 1,8% weniger. Auch schwächer tendierten die chinesischen Festlandbörsen. Der Shanghai Composite zeigte sich 0,5% leichter. In Hongkong büsste der Hang Seng 1,6% ein. Ebenfalls 1,6% im Minus schloss der Kospi (Kospi 3'148.34 +1.18%) in Korea.

Euro kurz über 1.20 $

Der Euro knackte am Montag vorübergehend die Marke von 1.20$. Die Gemeinschaftswährung stieg am Nachmittag bis auf 1.2003 $ und damit auf den höchsten Stand seit Anfang September. Bis am Abend büsst der Euro die Gewinne aber wieder ein und kostete 1.1961 $. Gegenüber dem Schweizer Franken notierte der Euro derweil auf 1.0840 Fr. und leicht höher. Ein Dollar kostete wenig verändert 0.9061 Fr.

Ölpreis mit Auf und Ab

Der Ölpreis stabilisierte sich am Montag nach anfänglichen Rückgängen. Um 17.30 Uhr MEZ kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 56.00 +0.59%) 47.50 $. Zuvor wurde der Ölpreis belastet. Der Grund: Dem Ölverbund Opec+ war es am Wochenende Berichten zufolge nicht gelungen, sich während eines informellen Treffens auf eine kurzfristige Förderpolitik zu einigen. An diesem Montag und Dienstag sollen die Beratungen in offizieller Runde fortgesetzt werden. Es geht um die Frage, ob die Ölstaaten ihre Förderung Anfang kommenden Jahres erhöhen oder bestehende Fördergrenzen zunächst fortbestehen sollen.

Gold (Gold 1'873.11 +0.06%) notierte nach den Einbussen vom Freitag erneut tiefer. Die Feinunze des Edelmetalls kostete bei Börsenschluss in Europa 1779 $.

Bitcoin mit Allzeithoch

Am Montag stieg der Kurs der ältesten und bekanntesten Kryptowährung bis auf 19’808 $. Damit wurde das etwa drei Jahre alte Rekordhoch von Ende 2017 übertroffen.

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