Märkte / Aktien

SMI schliesst über 9300

Die Schweizer Börse setzt ihre Erholung fort. Versichereraktien sind gefragt. Der Dollar steigt über 0.96 Fr.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag an seine jüngsten Gewinne angeknüpft. Der SMI (SMI 9831.49 -0.95%) gewann bei Eröffnung lediglich 0,1%. Im frühen Handel baute er seine Gewinne aber aus und überstieg noch vor dem Mittag die Marke von 9300. Im weiteren Verlauf schaltete er zurück und drehte für kurze Zeit sogar ins Minus. Mit Eröffnung der Wallstreet stiegen die Kurse wieder über diese Marke.

In New York hielten sich die Anleger bedeckt. Die drei Hauptindizes drehten aber allesamt ins Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 25383.11 -0.07%) gewann bei Börsenschluss in Europa 0,6%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3044.31 0.48%) lag 0,5% höher. Avancen von 1% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite.

Die Coronakrise stand nach wie vor im Fokus. Die Weltgesundheitsbehörde hält es für denkbar, dass in Europa der Wendepunkt bei der Ausbreitung der Coronaviruspandemie erreicht sein könnte. Und US-Präsident Donald Trump scheint inzwischen mehr auf seine Experten zu hören. Für verhaltenen Optimismus sorgen auch Konjunkturdaten: Die Stimmung in Chinas Industrie hatte sich im März vom jüngsten Rekordeinbruch erholt.

Swiss Re an der SMI-Spitze

Die meisten Schweizer Blue Chips schlossen fester. Swiss Re (SREN 65.12 -3.1%) zogen an: Das Aktienresearch der UBS (UBSG 10.3 -1.86%) hatte das Rating für den Rückversicherer gleich von «Sell» auf «Buy» hochgesetzt. Insbesondere die attraktive Dividendenrendite hatte es den UBS-Experten angetan.

Auch Zurich Insurance (ZURN 309.5 -1.5%) legten zu. Nach Morgan Stanley (MS 44.2 -0.45%) zum Wochenauftakt hatte mit Citigroup (C 47.91 -2.54%) am Dienstag die nächste US-Bank dem Erstversicherer ihre Zuneigung ausgesprochen: Beide empfehlen das Papier zum Kauf. Swiss Life (SLHN 337.4 -1.95%) gewannen ebenfalls.

Weitere Gewinner waren die Zykliker wie Adecco (ADEN 45.62 -2.25%) und LafargeHolcim (LHN 39.74 -0.48%). Dass die Erholung breit abgestützt war, liess sich auch an den deutlichen Kursavancen der defensiven Schwergewichte Roche (ROG 332.7 -2.51%) und Novartis (NOVN 83.03 -0.42%) erahnen. Einzig Nestlé (NESN 103.86 0.99%) hinkten hinterher.

Immer gut gehört am Markt werden Studien der US-Bank Goldman Sachs (GS 196.49 -1.74%). Sie hatte zwar für die hiesigen Grossbankwerte Credit Suisse (CSGN 8.768 -3.96%) und UBS das Kursziel gesenkt, blieb jedoch bei ihrer Kaufempfehlung. Und die Kursziele liegen immer noch deutlich im zweistelligen Bereich – von diesen haben sich die bezahlten Kurse schon lange verabschiedet. Das Ganze gab den Titel im heutigen Handel jedoch keinen Auftrieb.

Die Aktien des Telecomkonzerns Swisscom (SCMN 499.8 1.42%) hatten gestern noch deutlich gewonnen, heute waren sie mit Abstand die grössten Verlierer.

Viele Gewinner im SMIM

Im SMIM (SMIM 2448.219 -0.61%) fielen viele Werte mit Avancen, aber ohne Nachrichten auf. Dazu zählten der Chiphersteller AMS (AMS 14.45 -4.84%), der Versicherer Helvetia (HELN 85.15 -2.52%) sowie die Gesundheitsunternehmen Vifor Pharma (VIFN 146.1 -2.47%), Sonova (SOON 210.5 2.18%) und Straumman.

Zudem stiegen Lindt & Sprüngli (LISN 83400 0.12%). Auch der Schokoladehersteller musste seine Gewinnprognose für 2020 zurückziehen. Er will jedoch wie geplant viel Geld an die Aktionäre ausschütten – Jubiläumsdividende inklusive.

Kühne + Nagel (KNIN 138.4 -2.47%) drehten ins Plus. Mehrheitsaktionär Klaus-Michael Kühne hatte seinen Anteil an der Hamburger Linienreederei Hapag-Lloyd (HLAG 86.5 -3.67%) auf 30% erhöht.

Nach Jahreszahlen zogen SoftwareOne (SWON 21.25 0.95%) zwischenzeitlich markant an. Der Börsenneuling vermochte die Anleger offenbar zu überzeugen. Im Laufe des Handels gaben die Titel aber Gewinne preis.

Ypsomed (YPSN 140.6 0.43%) legten zu. Laut den Burgdorfern verwendet der wichtige Kunde Teva ein Autoinjektionsgerät von Ypsomed nun auch für ein weiteres Medikament.

Vontobel (VONN 58.45 0%) gewannen. Die Coronakrise hatte zwar die betreuten Vermögen deutlich schrumpfen lassen. Dennoch konnte die Vermögensverwalterin einen positiven Nettoneugeldzufluss vermelden.

Asiens Börsen dank China-Daten fester

In Asien stützten Konjunkturdaten aus China die dortigen Börsen. Der Shanghai Composite und der CSI 300 standen bei Handelsende kaum verändert. Etwas besser hielt sich mit einer Avance von 0,7% der Hang Seng in Hongkong. In Tokio notiert der Nikkei 225 zunächst im Plus, er schloss jedoch 0,9% tiefer. Der breite Topix lag gar 2,3% im Minus. In Südkorea legte der Kospi 2% zu, während der australische All Ordinaries 1,6% nachgab.

Dollar fester

Der Dollar legte am Dienstag zum Euro wie auch zum Schweizer Franken zu. So fiel die europäische Gemeinschaftswährung bereits am Vormittag unter die Grenze von 1.10 $. Am Abend stand der Kurs nun bei 1.0995 $. Und zum Franken kletterte der Dollar wieder klar über die Marke von 0.96 und notiert bei Börsenschluss in Europa bei 0.9640 Fr. Der Euro zeigte sich zum Franken derweil etwas erholt und notierte mit 1.0605 wieder etwas über der Marke von 1.06 Fr.

Goldpreis tiefer

Gold (Gold 1729.87 0.51%) rutschte im Tagesverlauf kurzzeitig ab. Am Abend notierte das Edelmetall bei 1625 $ pro Feinunze. Der Ölpreis legte zu nach den jüngsten Verlusten. Die von US-Präsident Donald Trump und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin vereinbarten Gespräche zur Stabilisierung der Energiemärkte gaben dem Preis Auftrieb. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 37.64 0.05%) kostete am Abend gut 26 $.