Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus aus

Die Schweizer Börse fällt klar unter 11'100. Credit Suisse büssen weiter ein. Roche stützen, Novartis belasten den Leitindex. Wallstreet handelt fester.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte leichter geschlossen. Der Leitindex SMI (SMI 11'262.97 +0.57%) verlor bei Eröffnung lediglich 0,1%. Im frühen Handel baute er seine Abgaben aus. Damit rutschte er unter 11’100. Um die Mittagszeit konnte er diese Marke jedoch zurückerobern und seine Verluste etwas abbauen. Am Nachmittag ging es wieder deutlicher abwärts, auf ein Tagestief bei 11’047. Da sich wegen der bevorstehenden Osterfeiertage bereits einige Marktteilnehmer aus dem Geschäft zurückgezogen hätten, sei das Geschäft eher ruhig und von Vorsicht geprägt.

Freundliche Signale kamen derweil von Wallstreet. Die US-Börsen zeigten sich bei Handelsende in Europa fester. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'176.30 +0.33%) notierte 0,5% im Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 34'200.67 +0.48%) stieg 0,1%. Noch freundlicher präsentierte sich die Technologiebörse. Der Nasdaq Composite avancierte 1,7%.

Die erwarteten positiven Impulse aus dem zusätzlichen US-Hilfspaket, über das US-Präsident Joe Biden am Abend sprechen will, dürften bereits in den Kursen enthalten sein, hiess es weiter. Am Freitag wird ausserdem der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Doch dann ist die Schweizer Börse wegen des Karfreitag-Feiertags geschlossen, und gehandelt wird erst am Dienstag wieder. Daher neigten die Anleger in der Schweiz nun vermehrt zu Gewinnmitnahmen – dies umso mehr, als auch das Quartal zu Ende gehe.

CS erneut unter Druck

Die Aktien der Credit Suisse (CSGN 9.90 +1%) schlossen erneut tiefer. Sie schlossen unter der Marke von 10 Fr. Das Papier bleibe mit Unsicherheit behaftet, solange nicht klar sei, wie viel die Greensill-Affäre und der Zahlungsausfall beim US-Hedge-Fund Archegos Capital kosteten, sagte ein Händler. Zudem gebe es Befürchtungen, dass CS deswegen ihr Aktienrückkaufprogramm stoppen oder die Dividende ausfallen lassen könnte.

UBS (UBSG 14.82 +1.93%) bauten nach einer freundlichen Eröffnung ihre Gewinne ab. Die Bank soll gemäss einem Bericht des Finanzportals «Finews» ebenfalls vom Archegos-Skandal betroffen sein – allerdings «nur» mit einem «moderaten dreistelligen Millionenbetrag».

Am SMI-Ende rangierten auch die zuletzt stark gesuchten Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 96.20 -0.48%) und Swatch Group (UHR 279.80 +0.25%). Auch Partners Group (PGHN 1'321.00 +1.5%) büssten ein. Der Vermögensverwalter plant den Ausstieg aus einem Investment, das er im Auftrag seiner Kunden eingegangen ist. Konkret wird mit EQT Private Equity (PEHN 81.50 +0.62%) exklusiv über den Verkauf der Beteiligung am französischen Unternehmen Cerba Healthcare gesprochen, wie Partners Group am Dienstagabend mitteilte.

Die Pharmaschwergewichte präsentierten sich derweil uneinheitlich: Roche (ROG 309.20 -0.1%) profitierten laut einem Händler nach verteidigenden Worten der Bank Vontobel (VONN 75.70 +0.87%) von Umschichtungen aus den Titeln von Novartis (NOVN 80.87 +0.42%), hiess es im Handel. Die Titel des Nahrungskonzerns Nestlé (NESN 108.70 +0.76%) zeigten sich etwas schwächer.

Zu den Gewinnern gehörten einige zyklische Titel wie ABB (ABBN 30.69 +1.62%) oder Sika (SIKA 270.70 +1.73%), die Aktien des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (GIVN 3'854.00 +0.39%) schlossen fester.

Galenica durch Aktienplatzierung belastet

Im SMIM (SMIM 3'209.16 +0.92%) gaben Galenica (GALE 62.65 +0.97%) nach. Ein Grossaktionär hatte via Credit Suisse in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren 3% oder 1,5 Mio. Aktien zu einem Preis von 58.60 Fr. je Titel platziert. Das Volumen wurde mit 88 Mio. Fr. angegeben. Am Dienstag schlossen Galenica bei 60.45 Fr.

Tecan (TECN 464.80 +1.57%) zogen klar an. Berenberg hatte das Rating für die Valoren des Laborausrüsters von «Hold» auf «Buy» hochgestuft und das Kursziel von 430 auf 455 Fr. erhöht. 2021 dürfte ein weiteres starkes Jahr für Tecan werden, schreibt der Analyst.

Klare Aufschläge verzeichneten auch die Straumann-Aktien. Die Credit Suisse-Analysten hätten ermutigende Rückmeldungen nach Kontakten mit Unternehmensvertretern gegeben, hiess es im Handel.

Im Minus notierten die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (BAER 60.12 +1.54%), obwohl dieser mit der Aufhebung des Akquisitionsverbots durch die Finanzmarktaufsicht Finma gute Nachrichten verkünden konnte.

Im breiten Markt büssten Medacta (MOVE 118.00 +2.08%) deutlich ein. Das Orthopädieunternehmen hatte trotz eines geringeren Umsatzes im Jahr 2020 mehr verdient.

Belimo (BEAN 387.50 +1.17%) schüttelten den Dividendenabgang in Höhe von 150 Fr. ab und legten sogar zu.

Asiens Börsen gaben nach

Die Märkte in Fernost verbuchten am Mittwoch Verluste. Wie auch in den USA (am Dienstag) belasteten steigende Zinsen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 korrigierte 0,7%, der Topix gab 1,2% nach. Der CSI 300, der die Kursentwicklung an den beiden grössten Börsen Festlandchinas abbildet, verlor 1,1%, der Shanghai Composite fiel 0,6%. In Hongkong büsste der Hang Seng 0,3% ein. Der südkoreanische Kospi verlor 0,2%. Die Leitindizes in Sydney verzeichneten ein Plus. Der ASX 200 und der ASX 300 gewannen beide um über 0,7%.

Dollar fest über 94-Rappen-Marke

Der Euro erholte sich am Mittwoch etwas von seinen Kursverlusten der vergangen Tage. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.1748 $, nachdem sie am Morgen mit 1.1704 $ auf den niedrigsten Stand seit Anfang November gefallen war. Zum Franken tendierte sie ebenfalls aufwärts und kostete um 17.30 Uhr MESZ 1.1065 Fr. Der Dollar wurde stabil zu 0.9421 Fr. gehandelt.

Ölpreis etwas höher

Der Ölpreis legte am Mittwoch leicht zu. Momentan kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 66.70 -0.18%) 64.50 $. Gold (Gold 1'776.53 +0.73%) notiert nach den jüngsten Verlusten fester, und bei Börsenschluss in Europa wieder über der Marke von 1700 $. Die Feinunze lag bei 1704 $. Die Kryptowährung Bitcoin (Bitcoin 61'850.00 -2.13%) gewann leicht. Sie handelte knapp über der Marke von 59’000 $.

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