Märkte / Aktien

Pharma hält SMI im Plus

Die Schweizer Börse schliesst bei über 10'300 Punkten. Zum Wochenschluss sorgten Aktien aus dem Gesundheitsbereich für Unterstützung.

(AWP) Die Schweizer Aktienbörse hat sich am Freitag mit einem leichten Plus ins Wochenende verabschiedet. Händler sprachen von einem Geschäft in ruhigen Bahnen: Die Anleger seien mit «leicht angezogener Handbremse» unterwegs gewesen, meinte ein Marktteilnehmer. So hätten nicht zuletzt steigende Corona-Zahlen in vielen europäischen Ländern zur Vorsicht gemahnt.

Für Unterstützung sorgte allerdings die Aussicht auf weitere Konjunkturspritzen in den USA, nachdem Präsident Donald Trump doch wieder Verhandlungsbereitschaft mit den oppositionellen Demokraten signalisiert hatte. Zwar sei ein «Deal» vor den Wahlen unwahrscheinlich, so ein Analyst. Immerhin nähmen die Politiker in Washington die Situation aber ernst und spürten den Druck, etwas tun zu müssen.

Der SMI (SMI 9556.14 -0.65%) schloss 0,48% höher bei 10’320,03 Punkten. Auf Wochensicht hat der Leitindex damit mit +0,7% leicht zugelegt. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, stieg am Freitag um 0,26% auf 1’581,53 und der breite SPI (SXGE 11950.93 -0.43%) um 0,52% auf 12’884,56 Punkte. Von den 30 SLI-Werten schlossen 16 im Plus, 13 im Minus und einer (SGS (SGSN 2282 -0.65%)) unverändert.

Die deutlichsten Gewinne entfielen auf die «Tech-Titel» Logitech (LOGN 78 0.78%) und AMS (AMS 19.69 3.63%) (je +2,1%). Am Markt wurde auf unter anderem ein starkes Quartalsergebnis des AMS-Grosskunden Samsung (SMSN 1276 -0.23%) verwiesen. Für Kursfantasie sorgten auch die Gerüchte um eine 30 Mrd. $ teure Übernahme des Chipherstellers Xilinx durch den US-Branchenriesen AMD.

Pharma stützt

Gestützt wurden die hiesigen Indizes aber vor allem von klaren Gewinnen der Pharmaschwergewichte Roche (ROG 293.9 -0.24%) (+1,8%) und Novartis (NOVN 71.11 -1.03%) (+0,8%). In den letzten Wochen hatten vor allem die Roche-Genussscheine noch vermehrt unter Druck gestanden. Bei einem Wahlsieg des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden in den USA befürchten Investoren einen vermehrten Druck auf die Medikamentenpreise im wichtigen US-Markt.

Fester schlossen auch einige weitere Zykliker wie die Titel des Liftherstellers Schindler (SCHP 235.6 0.13%) (+1,2%), des Technologiekonzerns ABB (ABBN 22.13 -1.16%) (+0,5%) oder des Logistikunternehmens Kühne+Nagel (+0,3%)). Auch die Aktien des Pharmazulieferers Lonza (LONN 553.2 -0.5%) (+0,8%) legten zu.

Die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont (CFR 58.14 -1.42%) (+0,5%) konnten ebenfalls klar im Plus schliessen. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung der Royal Bank of Canada (RY 92.89 1.86%). Zudem habe ein unerwartet gutes Ergebnis des dänischen Schmuckherstellers Pandora (PNDORA 509.6 1.35%) die Anleger positiv gestimmt, hiess es. Klare Abgaben gab es dagegen für Swatch (-1,3%). Die Analysten der Royal Bank of Canada bekräftigten ihr Rating «Sector Perform» für die Titel des Uhrenherstellers.

Die Aktien des Aromen- und Riechstoff-Herstellers Givaudan (GIVN 3762 -0.79%) (-0,1%) schlossen leicht im Minus. Die Titel hatten bereits am Donnerstag nach der Vorlage von Neunmonatszahlen Abgaben erlitten, wobei allerdings auf Gewinnmitnahmen verwiesen wurde. Im Jahresverlauf resultiert immer noch ein Anstieg um gut 30 Prozent.

Finanz in den Miesen

Die Finanztitel erlitten – mit Ausnahme des Asset Managers Partners Group (PGHN 824.4 -0.91%) (+1,6%) – klare Verluste. So schlossen die Versicherungsaktien Swiss Re (SREN 63.5 0.67%) (-0,6%), Swiss Life (SLHN 305.5 -0.91%) (-0,9%) und Zurich (-1,3%) deutlich im Minus.

Klare Abgaben erlitten auch die Bankenwerte Julius Bär (BAER 40.17 -0.67%) (-0,6%), Credit Suisse (CSGN 8.602 -5.56%) (-1,3%) und UBS (UBSG 10.565 -0.19%) (-1,2%). Kommende Woche stehen in den USA Quartalsabschlüsse mehrerer Grossbanken an. UBS-Präsident Axel Weber bestritt derweil in einer TV-Sendung die Gerüchte, wonach seine Bank eine Fusion mit der CS oder einer anderen Grossbank anstrebe.

Am breiten Markt setzten die Aktien des Duty-Free-Unternehmens Dufry (DUFN 34.21 0.09%) (+6,7%) den Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort, der mit der Nachricht über den Einstieg der chinesischen Alibaba (BABA 312.56 1.5%) begonnen hatte. Die Titel sind allerdings noch immer weniger als halb so viel Wert wie vor der Coronakrise.

Die Titel von SoftwareOne (SWON 21.85 5.3%) schlossen 0,4 Prozent tiefer bei 25,75 Franken. Raiffeisen Informatik hatte sich im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding von ihren verbliebenen Anteil am Unternehmen in Höhe von 2,78 Prozent des Kapitals zu 25,25 Franken je Titel getrennt.

Schwacher Dollar

Der Kurs des Euro ist am Freitag deutlich gestiegen und schaffte den Sprung über die Marke von 1.18 $. Zunächst hatte die Gemeinschaftswährung von einer Dollar-Schwäche profitiert. Später stützten überraschend starke Konjunkturdaten aus der Eurozone den Euro und hoben ihn bis das Tageshoch bei 1.1810 $. Aktuell wird der Euro bei 1.1801 $ gehandelt und damit etwa einen halben Cent höher als am Vorabend.

Zum Franken schwächte sich der Dollar auf 0.9127 Fr. ebenfalls ab. Am Vorabend wurde er noch zu 0.9171 Fr. gehandelt. Gegenüber dem Euro bewegt sich der Franken dagegen mehr oder weniger seitwärts. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1.0770 Fr. nach 1.0783 am Vorabend.

Die Ölpreise haben am Freitag etwas nachgegeben. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 37.43 -0.61%) 43.15 $. Das waren 19 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 36.27 -3.25%)) sank um 18 Cent auf 41.01 $. Händler sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem die Ölpreise in der abgelaufenen Woche noch merklich gestiegen waren.

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