Märkte / Aktien

SMI stabilisierte sich am Freitag

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Freitag nach einer schwachen Woche dank Schwergewicht Nestlé stabilisiert.

(AWP)  Der Schwung, der vor einigen Tagen nach diversen Fusions- und Übernahmespekulationen entstanden war, ist definitiv weg. Als Thema dominieren bei den Finanzwerten wieder die ultratiefen Zinsen. Äusserungen von Notenbankchefs rund um den Globus hätten die Tendenz wieder verstärkt.

Bis am Abend dämmte der Schweizer Leitindex SMI (SMI 10023.9 0.25%) zwischenzeitliche Verluste ein und schloss schliesslich in etwa auf dem Vorabendniveau. Die zu Ende gehende Börsenwoche war dennoch insgesamt von Abgaben und einer erhöhten Volatilität geprägt.

Am Markt wurde diese Entwicklung teils Sorgen im Zusammenhang mit steigenden Corona-Infektionszahlen zugeschrieben, andererseits aber auch politischen Entwicklungen in den USA wie die anstehenden Wahlen. Dabei gehe es mittlerweile weniger darum, wer das Rennen mache, hiess es in einem Marktkommentar. Die Hauptsorgen seien mehr, dass die Wahlen nicht reibungslos verliefen und es zu einer Verfassungskrise oder flächendeckenden Unruhen kommen könnte. Trump hatte diese Woche weiter Zweifel an einem möglichen Ergebnis gesät. Vor seinen Anhängern sagte er wiederholt, er sei überzeugt, dass er im November nur verliere, wenn es Wahlbetrug gebe.

Der SMI schloss am Freitag mit 0,05% im Plus bei 10’216,28 Punkten. Auf Wochensicht hingegen ergab sich ein Verlust von 3,1%. Im Vergleich zum Endstand vom August beträgt der Vorsprung im September noch rund 80 Punkte, wobei noch drei Handelstage verbleiben. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, fiel derweil um 0,16% auf 1’537,37, der breite SPI (SXGE 12507.62 0.18%) hingegen gewann 0,11% auf 12’469,20 Stellen. Unter den 30 Blue Chips schlossen 18 im Minus, 11 im Plus und einer (Adecco (ADEN 50.96 -0.47%)) unverändert.

Nestlé stützten

Praktisch im Alleingang hielten die schwergewichtigen Nestlé-Aktien den SMI am Schluss im Plus. HSBC (5 320.05 4.56%) erhöhte das Rating für den Nahrungsmittelkonzern auf «Buy» von «Hold». In der Folge nahmen die Titel Kurs auf ihr Allzeithoch vom letzten September bei 113.20 Fr.

Aber auch Temenos (TEMN 106.65 0.09%) begaben sich auf einen deutlichen Erholungskurs. Die Aktien des Bankensoftwarespezialisten waren in dieser Woche in Sippenhaft – mit Blick auf die Techbranche vor allem auch in den USA – genommen worden. Umgekehrt wurden bei Logitech (LOGN 78.98 -2.47%) Gewinne mitgenommen.

Zu den weiteren Gewinnern gehörten unter anderem SGS (SGSN 2380 0.63%), Partners Group (PGHN 855.6 0.14%) oder LafargeHolcim (LHN 42.49 1.26%). Für den Zementkonzern hat Mainfirst das Kursziel auf 47.50 von 43.50 Fr. erhöht und die Einstufung auf «Buy» belassen.

Eher schwach unterwegs waren am Freitag die Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 76.48 -0.2%) und Roche (ROG 297.4 0.05%).

Finanztitel gaben nach

Unter den grössten Verlierern fanden sich vor allem Banken- und Finanzwerte. So setzten die Aktien von UBS (UBSG 11.26 0.13%) und Credit Suisse (CSGN 9.878 2.72%) ihren jüngsten Abwärtstrend fort. Beide Grossbankenaktien sind wieder für weniger als eine «Zehnernote» zu haben. Dabei wurden sie vor allem Äusserungen der Notenbankchefs rund um den Globus belastet. Diese lassen laut Händlern erahnen, dass die aktuelle Tiefzinsphase noch lange andauern wird.

Auch Julius Bärliessen Federn. Die Bank muss laut Bundesgericht in einem Fall von verschollenen DDR-Vermögen nun definitiv 150 Mio. Fr. zurückzahlen. Der Betrag ist durch Rückstellungen gedeckt. Das Geld wollen sich die Bären von UBS zurückholen (lesen Sie hier mehr).

Am breiten Markt legten SHL nach Halbjahreszahlen zu. Das Unternehmen setzt mittelfristig auf eine verstärkte Adaption der Telemedizin wegen der globalen Pandemie (mehr dazu hier).

Auch Ascom (ASCN 11.82 -1.17%) fielen auf. Die UBS hat das Kursziel für das Technologieunternehmen auf 12.00 von 6.50 Fr. nahezu verdoppelt. Sie lobte operative Verbesserungen und erwartet zudem als Nachwirkung der Coronakrise steigende Investition der Spitäler in die Digitalisierung, wovon Ascom profitiert.

 

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