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Bank of Japan enttäuscht

Im Nachgang ihrer zweitägigen Sitzung hat die Bank of Japan (BoJ) angekündigt, ihre Wertschriftenkäufe auszuweiten. Viele Investoren scheinen allerdings auf weitreichendere Massnahmen spekuliert zu haben.

Im Nachgang ihrer zweitägigen Sitzung hat die Bank of Japan (BoJ) am Freitag angekündigt, ihre Wertschriftenkäufe auszuweiten: Künftig sollen pro Jahr Exchange Traded Funds (ETF) im Wert von 6 Bio. Yen (rund 57 Mrd. Fr.) erworben werden. Bislang hatte die Notenbank das Programm auf 3,3 Bio. Yen begrenzt. Angesichts der schwachen Marktreaktion schienen viele Investoren allerdings auf weitreichendere Massnahmen spekuliert zu haben. Unter anderem zeigten sie sich enttäuscht, dass der Einlagesatz für Banken bei –0,1% sowie der Diskontsatz bei 0,3% belassen wurde.

Zudem wird auch das Kaufprogramm von Staatsanleihen vorerst nicht ausgeweitet. Analysten spekulieren, die BoJ habe damit Bedenken im Markt Rechnung getragen, dass man die maximal tragbare Obergrenze erreicht habe. Tatsächlich ist die BoJ schon jetzt im Besitz von über einem Drittel aller ausstehenden japanischen Staatsanleihen. Auch macht die Notenbankbilanz bereits rund 85% des Bruttoinlandprodukts aus.

Die japanischen Währungshüter haben angekündigt, ihr Instrumentarium bald einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. So erklärte Notenbankchef Haruhiko Kuroda, die unkonventionelle Geldpolitik sei noch nicht an ihre Grenzen gestossen. Ob dazu jedoch auch «Helikoptergeld» gehören könnte, ist weiterhin Basis intensiver Spekulationen. Kuroda selbst hat dieses Mittel vor kurzem als «nicht nötig und nicht umsetzbar» eingestuft.

Bereits am Dienstag traf sich die US-Notenbank. Zwar beliessen die amerikanischen Währungshüter den Leitzins erwartungsgemäss in der Spanne zwischen 0,25 und 0,5%. In ihrem Communiqué liess die Vorsitzende Janet Yellen jedoch durchblicken, dass sie darauf hofft, bald einen weiteren Zinsschritt vornehmen zu können – etwa weil sich die konjunkturellen Risiken verringert hätten.

Auch die Anleger scheinen von einer baldigen Fortsetzung des US-Zinserhöhungszyklus auszugehen: So ist die marktimplizierte Wahrscheinlichkeit einer Straffung nach oben geschossen, nachdem sie gerade im Anschluss an das Brexit-Votum deutlich tiefer notierte.

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