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US-Banken mit Gewinnsprung

Die amerikanischen Grossbanken JPMorgan, Goldman Sachs und Wells Fargo haben ein erfolgreiches erstes Quartal hingelegt.

(Reuters) Bei den Wall-Street-Banken herrscht zu Beginn des zweiten Pandemie-Jahrs Feierlaune. JPMorgan, Goldman Sachs (GS 368.77 +2.78%) und Wells Fargo steigerten ihre Gewinne im ersten Quartal um ein Vielfaches. Die Banken profitieren von den gigantischen Konjunkturhilfen der US-Regierung und dem Boom an den Börsen. «Wir glauben, dass die Wirtschaft das Potenzial für ein extrem robustes Wachstum über mehrere Jahre hinweg hat», sagte JPMorgan-Chef Jamie Dimon am Mittwoch.

Der Branchenprimus JPMorgan verdiente mit 14,3 Mrd. $ fast das Fünffache des Vorjahreswerts. Goldman Sachs versechsfachte den Nettogewinn auf 6,7 Mrd. $. Analysten hatten bei beiden Banken mit einem deutlich geringeren Anstieg gerechnet. JPMorgan und Goldman Sachs senkten jeweils ihre Risikovorsorge für faule Kredite, weil dank der Staatshilfen die befürchteten Kreditausfälle niedriger ausfielen. Zu Jahresanfang 2020 hatten die Geldhäuser ihre Risikovorsorgen noch deutlich erhöht, weil sie wegen der Corona-Krise mit stark steigenden Ausfällen rechneten. Die billionenschweren Konjunkturmassnahmen der US-Regierung um den neuen Präsidenten Joe Biden sorgen auch dafür, dass der private Konsum nicht so stark einbricht.

Zugleich haben Unternehmen wegen der Krise mehr Beratungsbedarf und sind aktiver an den Kapitalmärkten. JPMorgan nahm im Investmentbanking mit 2,9 Mrd. $ so viel ein wie noch nie. Goldman Sachs steigerte die Erträge in der Sparte um knapp drei Viertel auf 3,8 Mrd. $ auf das höchste Niveau seit 2010. Auch die Deutsche Bank (DBK 11.78 +1.62%) dürfte von dem Boom an den Kapitalmärkten profitiert haben, sie ist gross vertreten im Geschäft mit festverzinslichen Anleihen. Die Bank legt am 28. April ihre Ergebnisse des ersten Quartals vor.

Auch Wells Fargo baut Gewinn aus

Wells Fargo reduzierte seine Risikovorsorge ebenfalls deutlich. Die viertgrösste US-Bank steigerte ihren Gewinn auf 4,74 Mrd. $ – mehr als das Siebenfache als vor Jahresfrist. Analysten hatten auch hier weniger erwartet. Die Erträge legten dagegen nur leicht zu. Wells Fargo hat kein so grosses Investmentbanking wie die beiden anderen Institute.

Goldman Sachs kam in den vergangenen Monaten auch das wachsende Geschäft mit Börsenmänteln, den sogenannten SPACs, zugute. Diese «Special Purpose Acquisition Companies» sind börsennotierte Unternehmen ohne eigenes Geschäft, aber mit dem Ziel, ein anderes Unternehmen durch eine Fusion an die Börse zu bringen. Investmentbanken nehmen damit stattliche Gebühren ein. Zudem organisierte Goldman Sachs massgeblich den Börsengang der Kryptowährungs-Plattform Coinbase, die mit knapp 50 Mrd. $ bewertet wird.

Aktien von Goldman Sachs legten im frühen Handel an der Wall Street in einem freundlichen Umfeld 3,1% zu. JP Morgan und Wells Fargo gaben hingegen je 1% nach.

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