Hier herrscht Hochkonjunktur – die Kräne und Baugerüste zeigen das augenfällig. In Myanmars Wirtschaftsmetropole Yangon (einst, als Rangun, Burmas Hauptstadt) spiegelt sich das rasante Wachstum von durchschnittlich rund 7% seit etwa einem Jahrzehnt. Im Coronajahr 2020 liess der Schwung zwar nach, doch die Volkswirtschaft Myanmars, das gut 53 Mio. Einwohner zählt, dürfte immerhin noch 1,8% expandiert haben. Für dieses Jahr sagt die Asiatische Entwicklungsbank sogar flotte 6% voraus. Allerdings war das noch vor dem Militärputsch – Anfang Februar haben die Streitkräfte wieder die volle Macht übernommen. Sie haben das Land seit seiner Unabhängigkeit von der früheren Kolonialmacht Grossbritannien 1948 die meiste Zeit kontrolliert und erst ab 2011 eine gewisse Öffnung zugelassen. Für die wirtschaftliche Entwicklung eines Staates ist es nie von ­Vorteil, wenn es von einer Armee – und sei es der eigenen – besetzt ist. Die Junta sitzt in der fernen Retorten-Hauptstadt Naypyidaw, weit weg vom Volk, das aufbegehrt und sich bis jetzt von der Generalität nicht knebeln lässt. Haben die Leute mal Freiheiten genossen, lassen sie sich diese nicht mehr stehlen. Der Nachbar China merkt sich das.
(Bild: AP Photo/Thein Zaw)