Märkte / Immobilien

Brexit verstärkt Abwärtsdruck auf Hypozinsen

Der Austritt Grossbritanniens aus der EU drückt die Zinsen tiefer ins Minus. Damit wird die Finanzierung von Wohneigentum in der Schweiz noch günstiger.

Die Schweizer Banken und Versicherer haben die Hypothekarzinsen nach dem Ja zum Austritt Grossbritanniens aus der EU nochmals leicht gesenkt. Die Unsicherheit über die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen des Brexit verstärkt den Aufwertungsdruck auf den Franken und drückt das Zinsniveau tiefer ins Minus. Die Rendite für zehnjährige Anleihen der Eidgenossenschaft fällt auf –0,555%.

Im Vergleich zum Vormonat haben alle in der Tabelle aufgeführten Anbieter ausser PostFinance die Zinsen auf zehnjährige Festhypotheken verringert. Den grössten Abschlag bei den Langläufern hat Swiss Life (SLHN 524.00 +0.73%) vorgenommen. Der Versicherer verlangt noch 1,17% für eine Laufzeit von zehn Jahren. Das sind 24 Basispunkte (100 Bp = 1 Prozentpunkt) weniger als Ende Mai. Auch Credit Suisse (CSGN 5.39 +0.64%) und Swissquote (SQN 122.30 +6.53%) haben die Zinsen seither um mehr als 15 Bp gesenkt. Letztere bietet mit 1,04% die günstigste Option an.

Seit Anfang Jahr ist die Finanzierung von Wohneigentum in der Schweiz stetig günstiger geworden. Die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken liegen im Schnitt knapp 40 Bp tiefer als im Januar. Gemäss dem Hypothekenvermittler Moneypark ist ein Ende der rekordtiefen Hypothekarzinsen nicht absehbar. Durch den Brexit sei die Unsicherheit an den Finanzmärkten gestiegen. Die gegenwärtige politische und konjunkturelle Lage zwinge die Notenbanken, die Tiefzinspolitik in den kommenden Monaten fortzuführen.