Unternehmen / Ausland

Bricht EY das Tabu der Branche?

Die Revisorin will ihr Beratungsgeschäft abspalten. Die Schweizer Konkurrenz hält eisern am herkömmlichen Geschäftsmodell fest.

Alle Jahre wieder geht die Wirtschaftsprüfungsbranche in sich. Insbesondere nach Bilanzskandalen wie bei Wirecard (2020) oder in der Schweiz der Postautofall (2018) kommt die Frage auf, ob die Revisionsgiganten, die den globalen Markt unter sich aufteilen – Deloitte, Ernst & Young (EY), KPMG und PwC – unabhängig genug sind, um ihren Job korrekt zu machen. Denn nebst Buchprüfung betreibt jede der «Big Four»-Firmen einen lukrativen Consulting-Bereich. Dieser führt von Beratung für Steuern, Transaktionen, Digitales und ESG fast alles im Sortiment.

Hierzulande wuchs etwa Deloitte in den letzten Jahren hauptsächlich dank dem Ausbau von Beratungsdiensten. Mit diesen macht das Unternehmen mittlerweile 55% seines Umsatzes und konnte so grössenmässig zur Konkurrenz aufschliessen. Das Revisionsgeschäft ist derweil weniger attraktiv, hat lange Anlaufzeiten und wächst kaum. Das Audit unterliegt zudem vielen Regularien – in der Schweiz mitunter dem Revisionsaufsichtsrecht. Grundsätzlich gilt: Um Unabhängigkeit zu gewährleisten, sollte nicht dieselbe Revisionsgesellschaft die Bilanz eines Unternehmens prüfen und dieses beraten.

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