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Britische Inflation bei 5,4%

Die Inflation in Grossbritannien ist auf den höchsten Stand seit März 1992 gestiegen. Eine Zinserhöhung wird nun wahrscheinlicher.

(Reuters) Die Inflation in Grossbritannien ist auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren gestiegen und macht damit weitere Zinserhöhungen der Bank von England (BoE) wahrscheinlicher. Die Teuerungsrate kletterte im Dezember stärker als erwartet auf 5,4%, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit März 1992. Ökonomen hatten nur mit einem Plus auf 5,2% gerechnet, nach 5,1% im November. Die Preise stiegen bei vielen Waren und Dienstleistungen, spürbar teurer wurde es bei Lebensmitteln und Getränken, sowie bei Restaurants und Hotels.

Die steigende Inflation wird zunehmend ein Problem für die Regierung von Boris Johnson, da die Haushalte immer stärker unter anziehender Energiepreise leiden. «Ich verstehe den Druck, dem die Menschen in puncto Lebenshaltungskosten ausgesetzt sind, und wir werden weiterhin auf die Bedenken der Menschen hören», sagte Finanzminister Rishi Sunak als Reaktion auf die Daten.

Die britische Notenbank prognostiziert, dass die Inflation wegen höherer Energierechnungen im April ein 30-Jahres-Hoch von rund 6% erreichen wird. Zudem dürfte es laut BoE mehr als zwei Jahre dauern, bis die Teuerung wieder zum Zielwert der Währungshüter von 2% zurückkehrt. Die Bank of England hat im Dezember als erste der führenden Zentralbanken zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie die Leitzinsen angehoben. Der geldpolitische Schlüsselsatz kletterte von 0,1 auf 0,25%. Die Finanzmärkte sehen eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung am 3. Februar weiter erhöht.