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Britische Notenbank hebt die Leitzinsen erneut an

Die Bank of England erhöht im Kampf gegen die hochschiessende Inflation die Leitzinsen erneut.

(Reuters) Nach der US-Notenbank zieht auch die britische Notenbank im Kampf gegen die hochschiessende Inflation erneut die Zinszügel an. Mit ihrer inzwischen fünften Erhöhung binnen sieben Monaten setzte die Bank von England (BoE) am Donnerstag den Schlüsselsatz – wie von Experten erwartet – um einen viertel Punkt auf 1,25% herauf. Die Entscheidung erfolgte mit sechs zu drei Stimmen. Drei Währungshüter setzten sich im geldpolitischen Ausschuss vergeblich für einen noch grösseren Schritt auf 1,50% ein. Zuvor hatte am Mittwochabend die US-Notenbank den Leitzins aussergewöhnlich kräftig um 0,75 Prozentpunkte erhöht, um die Teuerung einzudämmen. Dies war der grösste Zinssprung in den USA seit 1994.

Die Entscheidung der britischen Notenbank belastete das Pfund. Die britische Währung baute ihre Verluste zum Dollar aus und fiel am Nachmittag auf 1,2069 $. Nach der massiven Zinserhöhung in den USA und der überraschenden Anhebung am Donnerstagvormittag in der Schweiz hatten an den Finanzmärkten manche Investoren auf eine Erhöhung sogar um einen halben Prozentpunkt – 50 Basispunkte – gesetzt. Er gehe weiter davon aus, dass die Bank von England die Zinsen bei jeder weiteren Sitzung in diesem Jahr anheben werde, erklärte Matthew Ryan, Marktanalyst beim Finanzdienstleister Ebury, die Beschlüsse. «Sie muss aber wahrscheinlich dem 50er Club beitreten, um das Pfund von seinem derzeit schwachen Niveau hochzubringen,» fügte er hinzu.

Die Bank Von England werde die notwendigen Schritte unternehmen, damit die Inflation mittelfristig und nachhaltig zur Zielmarke der Währungshüter von 2% zurückkehre, erklärte die Notenbank. Umfang, Tempo und Zeitpunkt weiterer Zinserhöhungen hingen von den Konjunkturaussichten und von der Inflationsentwicklung ab. Die BoE achte dabei besonders auf Anzeichen für einen stärker anhaltenden Inflationsdruck. Wenn notwendig werde die Notenbank darauf «kraftvoll» reagieren.

Der Inflationsschub im Vereinigten Königreich dürfte nach Einschätzung von Experten länger anhalten als in vielen anderen Volkswirtschaften. Dabei spielt auch der Austritt des Landes aus der Europäischen Union eine Rolle, was sich unter anderem auf den Handel auswirkt. Die britische Notenbank war im Dezember die erste unter den führenden Notenbanken, die seit der Corona-Pandemie die Zinsen angehoben hat. Danach folgten zügig weitere Zinsschritte nach oben. Die Notenbank will damit die starke Teuerung bekämpfen, die nach ihren neuen Prognosen nun im Oktober bei etwas über elf Prozent liegen könnte. Im April erreichte die Inflationsrate im Vereinigten Königreich mit neun Prozent ein 40-Jahres-Hoch.

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