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Bucher überrascht mit hohem Margenzuwachs

Die Abwicklung eines Grossauftrags hat das Ergebnis im Halbjahr markant steigen lassen. Das macht es schwierig, 2013 erneut mehr zu verdienen.

Der Industriegruppe Bucher (BUCN 301.6 -0.92%) mit Schwerpunkt Landmaschinen geht es weiterhin blendend. Im ersten Halbjahr ist der Umsatz 20,5% auf 1381 Mio. Fr. gestiegen; bereinigt um Währungseinflüsse und Akquisitionen waren es immer noch +16,9%. Der Betriebsgewinn hat sich weit überproportional um 49,6% auf 133 Mio. Fr. erhöht, der Gewinn gar um 63,7% auf 90,2 Mio. Fr., was ein Rekordwert für ein Halbjahresergebnis darstellt.

Schub dank Moskauer Strassenkehrfahrzeug-Auftrag

Dass der Aufragseingang mit dieser Leistung nicht mithalten konnte – er sank währungs- und akquisitionsbereinigt um 14,1% auf 611,7 Mio. Fr. –, ist ein Indiz, dass sich das Wachstum in den nächsten Monaten abschwächen wird. Doch sind die Aussichten gerade für den grössten und margenstärksten Bereich Landmaschinen (Kuhn Group) weiterhin intakt. Die Investitionsbereitschaft bleibt in diesem Wirtschaftszweig weltweit hoch und würde wohl auch kaum von einem Konjunkturabschwung beeinträchtigt. Kuhn Group erwirtschaftet mit einer Marge von 15% hohe 63% des kumulierten Betriebsgewinns aller Divisionen.
Wesentlich zum markanten Wachstum beigetragen hat im ersten Halbjahr die Division Municipal (Strassenkehrmaschinen) – in erster Linie dank des grössten Einzelauftrags, den das Unternehmen je erhalten hat. Es handelt sich dabei um eine Fahrzeugflotte für die Stadt Moskau im Wert von 51 Mio. €, die innerhalb eines halben Jahrs abgeliefert werden musste. Dadurch ist der Umsatz dieser Division im ersten Halbjahr von 163 auf 204 Mio. Fr. gestiegen, der Betriebsgewinn wurde gar von 6,4 auf 20 Mio. Fr. katapultiert. Diese Leistung ist nicht wiederholbar. Der Aufragseingang ist mittlerweile wegen der Staatsschuldenkrise denn auch merklich gesunken (–13,5% auf 164 Mio. Fr.); Bucher hat gar bereits – wie früher berichtet – Sparmassnahmen am Standort Grossbritannien initiiert.

Zuversicht für Glasmaschinengeschäft

Während die Hydrauliksparte solide Ergebnisse lieferte – gehaltener Umsatz leicht rückläufiger Auftragseingang –, blieb  das Glasmaschinengeschäft (Division Emhart Glass) auf Stufe Ebit mit 2,4% (Vorjahr: 2,5%) tiefmargig. Doch sollen grössere Projekte unterschriftsreif sein und im zweiten Halbjahr die Auslastung sichern. Zudem will man mit Insourcing in die neuen Werke in Malaysia und China Kosten sparen.

Für 2013 ist die Latte hoch gelegt

Der Margenschub im ersten Halbjahr führt dazu, dass die FuW-Gewinnschätzung für das gesamte 2012 von 13.20 auf 14.50 Fr. angehoben wird. Damit sind die Valoren mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 moderat bewertet. Allerdings ist  wegen der Einmaligkeit des Moskau-Auftrags absehbar, dass es 2013 schwierig wird, den Gewinn erneut zu erhöhen. Dennoch bleiben die Aktien der von CEO Philip Mosimann seit Jahren solide und umsichtig geführten Industriegruppe eine Langfristanlage und sind weiterhin kaufenswert.

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