Unternehmen / Industrie

Bund will strengere Regeln für Zementwerke

Schweizer Zementwerke verbrennen immer mehr Abfall, müssen aber viel weniger strenge Regeln einhalten als Kehrichtverbrennungsanlagen. Auf LafargeHolcim könnten neue Kosten zukommen.

Abfall wird längst nicht mehr nur in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt. Auch Zementwerke verfeuern grosse Mengen davon. Magali Anderson, Nachhaltigkeitschefin des Zementkonzerns LafargeHolcim, hat jüngst zu FuW gesagt: «Wir sind eines der grössten Abfallentsorgungsunternehmen der Welt.»

Da sich Zementkonzerne wegen ihres hohen CO2-Ausstosses zunehmend rechtfertigen müssen, verweisen sie gerne auf diesen Umstand. Denn indem sie ihre Zementöfen mit Abfall beheizen, müssen sie weniger Öl oder Kohle verbrennen: Der CO2-Ausstoss sinkt (mehr dazu in diesem FuW-Artikel).

Das CO2 ist das eine. Beim Brennprozess entstehen aber auch noch viele andere Schadstoffe, etwa Stickoxide. Und dabei haben Zementwerke heute viel niedrigere Grenzwerte einzuhalten als Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA). Bei Stickoxiden liegt der gesetzliche Grenzwert für KVA bei 80 mg/m3, für Zementwerke bei 500 (vgl. Tabelle). Eine Branchenvereinbarung schreibt zudem vor, dass Zementhersteller ab 2020 noch maximal 400 mg ausstossen dürfen – immer noch fünfmal mehr als die KVA.

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