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Schweiz leitet Venezuela-Verfahren ein

Die Bundesanwaltschaft bestätigt die Aufnahme eines Strafverfahrens wegen des Verdachts auf Geldwäscherei.

(AWP) Die Schweizer Bundesanwaltschaft ist laut einem Medienbericht im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre in Venezuela tätig geworden. Bereits Ende 2017 habe die Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Geldwäscherei aufgenommen, schrieben Zeitungen von «CH Media» in ihren Wochenendausgaben.

Auf Anfrage erklärte die Bundesanwaltschaft, dass sie «im Kontext der Ereignisse in Venezuela» ein Verfahren Ende 2017 eröffnet habe. Dieses richte sich gegen eine unbekannte Täterschaft.

Bei der UBS (UBSG 12.995 1.96%) hiess es auf Anfrage von AWP, man habe von diesem Vorgang keine Kenntnis. Die CS liess ausrichten, sie sei von den Behörden nicht kontaktiert worden. Eine entsprechende Anfrage an Julius Bär (BAER 40.81 3.16%) blieb bisher unbeantwortet.

Aktiv im Zusammenhang mit den Vorgängen in Venezuela ist auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma). Sie stehe «mit verschiedenen Schweizer Banken in Kontakt» und gehe «konkreten Hinweisen auf Verstösse gegen die Geldwäschereibestimmungen mit Südamerika-Bezug» nach, sagte sie auf Anfrage von «CH Media». In einigen dieser Fälle werde auch das Verhalten im Zusammenhang mit der Korruption beim venezolanischen Erdölkonzern PDVSA abgeklärt.

Bekanntlich wurde im vergangenen Oktober ein ehemaliger Mitarbeiter der Bank Julius Bär in den USA zu zehn Jahren Gefängnis im Zusammenhang mit einer Untersuchung gegen die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft PDVSA verurteilt. Der Banker hatte zugegeben, dass er ab dem Jahr 2014 mitgeholfen hatte, insgesamt rund 600 Mio. $ von PDVSA zu unterschlagen.

Die Privatbank selbst hatte im August bekanntgegeben, dass sie mit Blick auf die Geldwäschereiaffäre eine interne Untersuchung durchführt. Diese habe gezeigt, dass neben dem Verurteilten keine weiteren Mitarbeitenden in die Affäre involviert gewesen seien, sagte CEO Bernhard Hodler im Februar anlässlich der Bilanzmedienkonferenz. Gegen die Bank Julius Bär selbst seien aber von den Behörden keine Vorwürfe erhoben worden.

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