Unternehmen / Konsum

Burgener kommt seinem Ziel näher

Die deutsche Börsenaufsicht BaFin gestattet Highlight Communications die Veröffentlichung des Übernahmeangebots an Constantin Medien.

Bernhard Burgener, Präsident des FC Basel, kommt mit seinem Plan, die deutsche Mediengruppe Constantin Medien (EV4 1.81 0%) komplett zu übernehmen, voran. Die deutsche Börsenaufsicht (BaFin) habe nach Prüfung der Unterlagen die Publikation des freiwilligen öffentlichen Angebots gestattet, teilte die von Burgener indirekt kontrollierte Mediengruppe Highlight Communications (HLG 4.73 -0.42%) (HLC) am Montag in Pratteln mit.

Die Luzerner Gesellschaft Studhalter Investment und Highlight Communications bieten den Aktionären der in Deutschland kotierten Constantin Medien (CM) wie angekündigt 2.30 € je Aktie. Das Angebot läuft bis 17. Januar, eine weitere Frist endet am 5. Februar. Das Zustandekommen des Angebots ist an eine Mindestannahmequote von 20% geknüpft, heisst es in den Unterlagen.

Aktien notierten nahe Angebotspreis

Der Angebotspreis entspricht einem Wert von rund 215 Mio. €. Seit Ankündigung der Übernahmepläne Ende November notieren Constantin Medien nahe dem gebotenen Preis zwischen 2.26 und 2.29 €. Der Markt scheint darauf zu setzen, dass die Übernahme zustande kommt.

Das liegt nahe. Denn knapp 30% der Constantin Medien liegen in Besitz der in der Schweiz kotierten Highlight Event & Entertainment (ESRI 20 -1.96%). Diese wiederum wird von Bernhard Burgener und Alexander Studhalter, die einen Aktionärsbindungsvertrag haben, mehrheitlich kontrolliert.

Was macht Dieter Hahn?

Burgeners Widersacher Dieter Hahn, der im Sommer nach jahrelangen, erbitterten Machtkämpfen als Aufsichtsratspräsident der CM zurückgetreten war und sich als Grossaktionär verabschiedet hatte, hält immer noch gut 2% der CM-Aktien. Ob er andient, ist ungewiss, er lässt sich nicht in die Karten schauen. Aus ihm nahestehenden Kreisen ist jedoch zu vernehmen, er sei durchaus nachtragend. Möglicherweise behält er die Aktien, um die Komplettübernahme zu erschweren. In Deutschland ist ein Squeeze-out (Herausdrängen von Aktionären gegen Bezahlung) ab einem Aktienanteil von 95% möglich.

FuW rät den Aktionären der CM (der Streubesitz beträgt 55,2%), das Angebot anzunehmen. Höhere Kurse sind bei einem Scheitern des Angebots wenig wahrscheinlich. Denn so würde die komplexe und kostenintensive Struktur der gesamten verflochtenen Gruppe bestehen bleiben. Was nach der Übernahme geschieht, ist allerdings ebenso ungewiss. Daher ist auch ein Engagement in HLC nicht empfehlenswert. Ob es Burgener gelingt, das Konstrukt zu vereinfachen, ist offen. Ebenso, ob es gelingt, die Bereiche Sport1 (vor allem TV-Sender) und Constantin Film profitabler zu machen.

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