So sollte ein Hamburger sein: saftig, reichhaltig, zubereitet aus erstklassigen Zutaten – von der Hand in den Mund als Haute cuisine. So ist er aber nicht immer. Die Amerikaner, die jeden 28. Mai den National Hamburger Day feiern (bei Burger, Fritten und Brause) wissen’s wohl am besten. Von den schätzungsweise 50 Mrd. Burgern, die in den USA jährlich verzehrt werden, sind viele mehr «Fast» als «Food», schlapp, fad, dürftig. Nirgends wird schöner über die kulinarische ­Misere des Massenfrasses hergezogen als im Film «Falling down», als Michael Douglas, in der Hauptrolle, einen Double Whammyburger with Cheese ordert und an der Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit verzweifelt. Wer hat’s erfunden? Es gibt mehrere Versionen. Deutsche Einwanderer sollen diese Art von Hackfleischkreation, nach Hamburger Art, in die USA gebracht haben. Das Städtchen Seymour, Wisconsin, will Geburtsstätte des Burgers sein. Ein anderes «Narrativ» handelt von den Brüdern Menches, die anno 1885 an einer Messe in Hamburg, New York Day, die ersten Burger kredenzt haben sollen. Heute ist der Burger so globalisiert wie die Pizza. Allerdings hat die Deglobalisierung eingesetzt: Der Konzern mit den Golden Arches verlässt Russland.