Unternehmen / Industrie

Burkhalter bleibt unter Druck

Analyse | Nervosität unter den Marktakteuren sorgt für hohen Margendruck im Geschäft der Elektroinstallationen.

Die Marktanomalie im Geschäft der Elektroinstallationen hält weiter an. Trotz einem deutlichen Nachfragüberhang herrscht ein harter Preiskampf unter den Anbietern von Installationsleistungen. Marco Syfrig, CEO des Marktführers Burkhalter, führte diese Marktkonstellation an einer Telefonkonferenz zur Publikation der Halbjahreszahlen auf die in der Branche verbreitete Angst zurück, Volumen zu verlieren. Das bewirkt Preise unter den Kosten. Das hat Burkhalter schon das Ergebnis für 2017 vermiest, dies gilt auch für das laufende Jahr. Syfrig rechnet damit, dass die Rückkehr zu einem normalen Marktverhalten noch zwei bis drei Jahre auf sich warten lässt.

Burkhalter macht da nicht mit. Das heisst, das Unternehmen wickelt keine von vornherein defizitären Aufträge ab. Es nimmt dadurch Volumen- und damit auch Margeneinbussen in Kauf. Es werden bewusst nur hochstehende Aufträge akquiriert. Zudem wird der Fokus kurzfristiger. Gemäss Syfrig sind die Margen da besser. Hinzu kommt für Burkhalter noch der Wegfall des Ertrags aus dem veräusserten Joint Venture mit Alpiq. Dieser Effekt ist allerdings gering.

Deutlich unter Vorjahr

Das Resultat ist, dass Burkhalter die Vorjahreswerte im ersten Semester mehr oder weniger deutlich verfehlt hat. Im Umsatz betrug der Rückgang 3,4% auf 239,2 Mio. Fr. Der Ebit büsste rund ein Drittel auf 12,3 Mio. Fr. ein, und der Gewinn schrumpfte gar 35,4% auf 9,6 Mio. Fr.

Aufgrund der schlechten Marktlage fand Burkhalter im ersten Semester auch kein passendes Akquisitionsobjekt. Das ist darum von Bedeutung, weil das Unternehmen auf Akquisitionen als Wachstumstreiber setzt. Per 2. Juli dann konnte die Fliri & Conrad Electro, eine kleine Gesellschaft im Münstertal, übernommen werden. Weitere Akquisitionen sind im Gespräch. Ob im zweiten Semester noch der eine oder andere Schritt möglich ist, bleibt derzeit offen.

Wie in der Bauwirtschaft generell ist auch im Elektroinstallationsgeschäft das zweite Semester ertragsstärker. Viele Aufträge werden jeweils in der zweiten Jahreshälfte abgerechnet. Burkhalter hält darum an der schon im April abgegebenen Prognose einer Ebit-Marge von rund 6% fest. Ausgehend von einem leichten Umsatzrückgang erscheint ein Gewinn von rund 24 Mio. Fr. möglich, entsprechend einem Rückgang von ungefähr 20%. Daraus errechnet sich für 2018 ein Gewinn je Aktie von 4 Fr.

Weniger Dividende

Obwohl sich Burkhalter durch eine grosszügige Dividendenpolitik auszeichnet, muss für 2018 mit einem Rückgang der Ausschüttung gerechnet werden. Aufgrund dieser insgesamt unglücklichen Konstellation befindet sich der Aktienkurs seit Jahresbeginn auf Talfahrt, er ist bislang rund ein Drittel gesunken. Da sich die Marktverhältnisse nicht von heute auf morgen normalisieren werden, ist vorerst nicht mit einer nachhaltigen Kurserholung zu rechnen. Engagements drängen sich nicht auf.

Die komplette Historie zu Burkhalter finden Sie hier. »

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