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BVG-Mindestzins von 1% ist gerechtfertigt

Die Regierung belässt den Mindestzins für Pensionskassenguthaben unverändert auf 1%. Das ist ein vernünftiger Entscheid. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Thomas Hengartner.

«Das Argument der Wertschwankungen sollte für den Mindestzins keine Relevanz haben.»

Der Bundesrat hat in der Sache gut entschieden. Die rund vier Millionen Berufstätigen, die zwangsweise Lohnbeiträge in ihre Pensionskasse einzahlen, werden so auch 2019 einen fairen Anteil des mutmasslichen Vermögensertrags auf ihr Guthaben zugewiesen erhalten.

Die Vorsorgeeinrichtungen  Pensionskassen und Lebensversicherer sind in Obligationen, Immobilien und Aktien investiert. Diese Investments sind über lange Jahre sorgsam aufgebaut worden. Der laufende Ertrag in Form von Zinsen, Nettomieterlösen und Dividenden wird auch 2019 im Mittel auf etwa 2% des Gesamtvermögens zu stehen kommen.

Dass davon ein massgeblicher Teil auf den Konten der Pensionsversicherten landet, ist bedeutsam. Nur so wächst das individuelle Altersguthaben plangemäss, damit es zum Pensionierungszeitpunkt für eine stattliche Rente ausreicht. Das Argument der Wertschwankungen sollte für den Mindestzins keine Relevanz haben.

Schwankungen der Preise von Aktien, Obligationen und Immobilien gehören zum Anlagegeschäft. Verlässlich geführte Pensionskassen und Versicherungsunternehmen haben Reserven angelegt, um solche Preisschwankungen auszuhalten. Diese Reserven bieten Gewähr dafür, dass die Institutionen der beruflichen Vorsorge auch im aktuellen Marktumfeld weiterhin mindestens 1% Zins auf die Konten der Pensionsversicherten zahlen können und trotzdem stabil sind.

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