Märkte / Makro

Carry Trades sind erneut auf dem Vormarsch

Hohe Zinsunterschiede und mehr Risikobereitschaft fördern die Spekulation in rentablen Währungen von Schwellen- und Industrieländern.

Das Umdenken der Notenbanken hat einen Nebeneffekt. Spekulative Zinswetten, sogenannte Carry Trades, werden dadurch wieder interessant. Je deutlicher Jerome Powell und Mario Draghi von der Strategie Abstand nehmen, die Geldpolitik zu normalisieren, desto attraktiver werden solche Spekulationen. Denn sie nutzen genau die Kluft aus, die die extreme Geldpolitik der Notenbanken zuvor geschaffen hat: tiefe Zinsen in Europa und Japan gegenüber höheren in Nordamerika, Australien und Neuseeland sowie den Schwellenländern.

Unter den Währungen der zehn führenden Industrieländer (G-10) weist der US-Dollar den grössten Zinsvorteil auf. Der Abstand zwischen dem Euroraum und den USA ist so gross wie zuletzt vor zwanzig Jahren. Die Differenz beim sechsmonatigen Dollar-Libor zum Euribor befindet sich sogar knapp auf Rekordniveau. Carry Trades haben seit Beginn des Jahres überdurchschnittlich rentiert. Der DB G10 Currency Harvest Index, der diese Zinsarbitragegeschäfte abbildet, hat um 4,7% zugelegt.

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