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Cassiopea vor Zulassungsantrag für ihr Akne-Mittel

Das Pharmaunternehmen weist tiefere Forschungsausgaben aus. Vorbereitungen für den Verkauf des ersten Produkts laufen.

(AWP/RB) Cassiopea (SKIN 40.7 -1.45%) hat den Verlust im ersten Halbjahr 2019 leicht verringert. Da das kleine Pharmaunternehmen noch kein Mittel auf dem Markt hat, wurden auch keine Einkünfte erzielt.

Die Gesellschaft weist für die ersten sechs Monate einen Verlust in Höhe von 6,46 Mio. € aus, wie sie am Donnerstag mitteilte. Im Jahr zuvor war das Minus mit 6,73 Mio. etwas höher ausgefallen.

Die operativen Kosten beliefen sich auf insgesamt 6,29 Mio. €, was weniger ist als die 7,09 Mio. des Vorjahres. Während die Ausgaben für Forschung und Entwicklung mit 4,69 Mio. € um nahezu 2 Mio. unter dem Vorjahreswert lagen, sorgte eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl um ein Drittel für einen deutlichen Anstieg der Personalkosten auf 1,6 Mio. (VJ 0,66 Mio.).

Zwischenphase in der Entwicklung

Der Löwenanteil der Forschungskosten floss laut Mitteilung in das Phase-III-Programm für das Akne-Mittel Winlevi und in die Phase-II-Dosierungs-Versuchsreihe für Breezula zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall.

Beide Studien sind nun abgeschlossen, die für Winlevi schon seit Februar. «Das ist der Grund für die tieferen Entwicklungskosten», erklärt CFO Chris Tanner auf Anfrage von «Finanz und Wirtschaft».

Für Breezula liefen nun administrative Vorbereitungen für den Start von zwei Phase-III-Studien bei der Behandlung von Männern. Sie sollen im ersten Quartal des kommenden Jahres starten. Bereits im zweiten Halbjahr 2019 will Cassiopea auch eine Phase-II-Studie mit diesem Mittel für Haarausfall bei Frauen lancieren. «Im zweiten Halbjahr und im nächsten Jahr werden die Forschungsausgaben deshalb wieder steigen», kündigt Tanner an.

Frische Mittel sind bald nötig

Die liquiden Mittel schmolzen derweil auf 834’000 € zusammen, nachdem sie per Ende 2018 noch 4,6 Mio. betragen hatten. Normalerweise würden bei diesem Stand die Alarmglocken läuten, Cassiopea ist aber in der komfortablen Lage, dass die Hauptaktionärin und ehemalige Muttergesellschaft Cosmo (COPN 86 0.47%) eine Kreditlinie von 10 Mio. € gewährt. Diese sei weitgehend unausgeschöpft.

Ausserdem verfügt das Management über die Möglichkeit, das Kapital um bis zu 3 Mio. Aktien zu erhöhen. Die Aktionäre hatten dies im März bewilligt.

Nach Angaben von Tanner prüft die Gesellschaft einige Optionen für die Mittelbeschaffung. Der Entscheid hänge von mehreren Faktoren ab, nicht zuletzt von der geplanten Einreichung eines Zulassungsantrags für Winlevi bei der US-Gesundheitsbehörde FDA. Das soll noch im laufenden Quartal geschehen. Bis September soll auch der Entscheid zur weiteren Finanzierung kommuniziert werden.

Vorbereitungen für US-Zulassung

Analysten haben in ersten Schätzungen für das Akne-Mittel Winlevi ein Marktpotenzial von bis zu 600 Mio. $ errechnet. Um es im Falle einer Zulassung auch selbst vermarkten zu können, hat Cassiopea zudem die ersten Weichen für eine eigene kommerzielle Infrastruktur gelegt. So habe man hierfür eine US-Tochter gegründet und schon erste Mitarbeiter eingestellt, die eine allfällige Lancierung vorbereiten sollen.

Dabei will Cassiopea vorsichtig vorgehen. Hauptaktionärin Cosmo hatte sich mit dem vorzeitigen Aufbau einer Verkaufsorganisation die Finger verbrannt. Am Ende erhielt ihr Darmfärbemittel Methylenblau die Zulassung nicht, und die Verkaufsorganisation musste weitgehend zurückgefahren werden.

«Wir planen, für die Marketingstudien mit Beratungsunternehmen zusammenzuarbeiten», erklärt Tanner die Strategie. Für den eigentlichen Verkauf wolle man in einem ersten Schritt eine externe Vertriebsorganisation engagieren. Und zwar erst dann, wenn die Zulassung vorliegt. «In den USA ist es möglich, relativ kurzfristig und auf einen Schlag die 75 Leute anzuheuern, die wir für den Verkauf brauchen», sagt Tanner. Mit der Zeit könnte Cassiopea dann Mitarbeiter vom externen Anbieter direkt anstellen.

Die komplette Historie zu Cassiopea finden Sie hier. »

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