Unternehmen / Energie

Chefwechsel bei Axpo

Andrew Walo will den Energiekonzern bis spätestens Ende Jahr verlassen.

(AWP/GAH/SYC) Der Energiekonzern Axpo muss einen neuen Chef suchen. CEO Andrew Walo verlasse das Unternehmen bis spätestens Ende 2019, teilte Axpo am Mittwoch mit. Der Nachfolgeprozess sei bereits gestartet worden.

Walo wolle «neue Pläne» ausserhalb des Unternehmens verfolgen. Er habe daher von sich aus entschieden, Axpo zu verlassen, sagte der 56-Jährige an einer Telefonkonferenz. Er werde seine Funktionen aber weiter ausüben, bis seine Nachfolge geregelt sei. Verwaltungsratspräsident Thomas Sieber dankte Walo für dessen Leistungen für das Unternehmen. Er habe Axpo 2014 zu einem Zeitpunkt übernommen, als die Strombranche aufgrund der tiefen Preise in der Krise war. Walo sei es gelungen, speziell im Bereich der erneuerbaren Energien neue Ertragsquellen zu erschliessen, sagte Sieber.

Laufbahn in der Energiebranche

Der abtretende Chef der Axpo hat Wurzeln in der Schweiz und in Grossbritannien. Im Jahr 2014 übernahm Walo die CEO-Funktion beim Elektrizitätskonzern. Zuvor war er Chef der Axpo-Tochter CKW und insgesamt während 15 Jahren Mitglied der Axpo-Konzernleitung.

In früheren beruflichen Funktionen leitete er die Geschäfte der SN Energie und der Kraftwerke Zervreila, war Manager im internationalen Gas- und Kombikraftwerkgeschäft von Alstom und ABB (ABBN 20.16 -0.1%) sowie Forschungsassistent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Zürich.

Die halbe Marktöffnung in der Schweiz hält er für gefährlich. «Ich persönlich bin klar für eine weitere Liberalisierung des Marktes, weil der Status quo Innovationen hemmt», sagte Andrew Walo vor knapp zwei Jahren im Interview mit «Finanz und Wirtschaft».

Weitere Veränderungen zeichnen sich ab

Auch im Aktionariat könnte es bei Axpo mittelfristig grössere Änderungen geben. Derzeit läuft der politische Prozess zur Überarbeitung der Eignerstrategie und des Aktionärsbindungsvertrags. Können sich die derzeitigen Eigner – fünf Nordostschweizer Kantone und vier Energieversorger – einigen, wird der Gründungsvertrag aus dem Jahr 1914 per 2021 abgelöst. Nach einer Sperrfrist sollen die jetzigen Eigner ab 2026 die Möglichkeit haben, ihre Anteile an Dritte zu verkaufen. Künftig könnte Axpo zu maximal 49% in die Hände von Privatinvestoren kommen. Dieser Prozess sei jedoch losgelöst vom Wechsel an der Spitze des Unternehmens, sagte Sieber.

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