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Unternehmen / Ausland

Einstieg von Cerberus beflügelt Deutsche-Bank-Aktien

Erst Commerzbank, jetzt Deutsche Bank: der US-Investor Cerberus hält nun 3% an Deutschlands grösstem Geldhaus.

(Reuters/GAH) Der US-Finanzinvestor Cerberus ist nach der Commerzbank (CBK 12.12 0.5%) auch bei der Deutschen Bank eingestiegen. Cerberus hält 3% an Deutschlands grösstem Geldhaus, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Zu den Beweggründen für das Investment wurde zunächst nichts bekannt, die Deutsche Bank (DBK 16.225 0.31%) lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Mitteilung sorgte für Bewegung an der Börse in Frankfurt. Deutsche Bank drehten ins Plus, Commerzbank verringerten ihre Verluste. «Das befeuert die Fantasie einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank», sagte ein Aktienhändler.

Cerberus ist seit Ende Juli mit einem Anteil von 5% bereits zweitgrösster Aktionär der Commerzbank. Zu seinen Plänen bei dem Deutsche-Bank-Rivalen hat sich der als aggressiv geltende Investor bislang nicht geäussert, auch die Commerzbank ist zu dem Thema schmallippig. «Wir pflegen mit bestehenden und potenziellen Investoren einen regen Austausch», wiederholte ein Commerzbank-Sprecher am Mittwoch.

Im Sommer 2016 hatten die Deutsche Bank und die Commerzbank lose die Chancen eines Zusammengehens ausgelotet. Der «Sommerflirt» wurde aber schnell beendet. Die Manager seien sich einig gewesen, dass beide Banken erst einmal aufräumen müssten, bevor sie über weitergehende Schritte nachdenken könnten.

Cerberus ist schon seit längerem am deutschen Markt interessiert. In diesem Jahr übernahm die von Cerberus kontrollierte österreichische Bank Bawag die kleine Regionalbank Südwestbank aus Stuttgart. Schon damals hatte Bawag-Chef Anas Abuzaakouk klargemacht, dass er grössere Ambitionen im Nachbarland hat: «Deutschland ist ein sehr, sehr attraktiver Markt für uns», sagte er gegenüber Reuters. «Wir sehen uns einige Möglichkeiten an, die eine Ergänzung für die Südwestbank wären.»

Auch mit einer Übernahme der Postbank hatte sich Cerberus schon beschäftigt: Die Pläne hatten sich allerdings zerschlagen, weil die Deutsche Bank einen zu hohen Preis für ihre Tochter gefordert hatte.