Unternehmen / Industrie

Cevian gegen weitere Abspaltung bei ABB

Der Partner und Mitbegründer von Cevian, Lars Förberg, zeigt sich in einem Interview mit dem Verkauf der Stromnetzsparte und der Reorganisation des Technologiekonzerns zufrieden.

(AWP) Lars Förberg, Partner und Mitbegründer von Cevian und Mitglied des Verwaltungsrats von ABB (ABBN 19.38 -0.36%), stellt sich gegen eine weitere Aufteilung von ABB. Mit dem Verkauf der Stromnetzsparte zeigte er sich in einem Interview mit dem Finanzportal «The Market» vom Mittwoch zufrieden.

Cevian ist mit einem zuletzt gemeldeten Anteil von gut 5% an ABB der zweitgrösste Aktionär, hinter Investor AB, dem langjährigen schwedischen Investoren. Bald nach dem 2015 erfolgten Einstieg beim Industriekonzern forderte Cevian unter anderem den Verkauf des Stromgeschäfts. Nach langem hin und her gab ABB Ende 2018 schliesslich nach und kündigte den Verkauf der Stromnetzsparte an die japanische Hitachi an. Im vergangenen April folgte dann die Trennung vom langjährigen CEO Ulrich Spiesshofer.

Die Frage, ob Cevian wie die US-Investmentfirma Artisan Partners – welche vor rund einem Monat einen Anteil von über 3% an ABB gemeldet hatte – ebenfalls fordere, dass die Geschäftssparte Elektrifizierung abspalten wird, beantwortete Förberg folgendermassen: «Wir unterstützen die Strategie, die ABB jetzt verfolgt. Der Konzern verkauft die Stromnetzsparte, reorganisiert sich, wird dezentral und unternehmerisch. ABB wird weniger komplex. Das ist es, was wir wollten, als wir 2015 eingestiegen sind. Und das ist auch jetzt, was wir wollen.»

Mit dem Verkauf der Stromnetzsparte und der ebenfalls im Dezember angekündigten Reorganisation ist Förberg zufrieden. ABB sei zu komplex und schwerfällig gewesen. Die Abschaffung der Matrix-Struktur und die Organisation in vier weitgehend autonome Geschäftseinheiten seien ein wichtiger Schritt gewesen, damit ABB agiler und unternehmerischer werde. Dies sei die Basis für kräftiges Wachstum.

Den Zeitpunkt der Trennung von CEO Ulrich Spiesshofer bezeichnete Förberg als «ein recht natürliches Timing». Nun beginne ein neues Kapitel für ABB, und deshalb sei die Frage nach der richtigen Führungsperson sinnvoll.

Förberg nicht an Credit Suisse interessiert

Der zweite Schweizer Name im Portfolio von Cevian ist Panalpina (PWTN 206 -2%), welche nun von der dänischen DSV (DSV 595.2 0.47%) übernommen wird. Förberg bezeichnet die Lösung mit DSV als «grossartig». «DSV Panalpina wird eines der qualitativ besten Unternehmen in der Logistikbranche.» Panalpina bringe eine starke Marktstellung in der Luftfracht in die Ehe, während DSV bewiesen habe, Umsatzwachstum in Gewinn umwandeln zu können. «Das hat Panalpina nie geschafft.»

Mit Blick auf die Bankenbranche ist Cevian derweil eher zurückhaltend, was eine mögliche Beteiligung anbelangt. «Bei allen Objekten prüfen wir, wie wahrscheinlich es ist, dass wir Veränderungen durchsetzen können. (…) Im Fall von Banken ist es schwierig, sich ein gutes Bild der Risiken zu machen, die in der Bilanz schlummern», sagte Förberg, auf die Frage, ob sich Cevian die Credit Suisse (CSGN 12.04 -0.58%) im Hinblick auf eine mögliche Beteiligung anschaue. Wenn die Gefahr bestehe, dass die Risiken zu gross sind, komme das Objekt als Investment nicht in Frage.

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