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Der Chart des Tages

Ist (wieder) alles gut?

Martin Lüscher

Endlich ist es vorbei. Die amerikanische Zinskurve ist nicht mehr invers. Seit dem 11. Oktober rentieren zehnjährige US-Staatsanleihen wieder mehr als dreimonatige Staatspapiere. Zuvor war es während beinahe fünf Monaten umgekehrt gewesen.

Die Zinsdifferenz betrug teils bis zu 50 Basispunkte (0,5 Prozentpunkte). Zwar gibt es noch einzelne Teilabschnitte auf der Zinskurve, die weiterhin invers sind, die Differenz beläuft sich jeweils aber auf nur wenige Basispunkte.

Der Hauptgrund für die Un-Invertierung der Zinskurve ist die lockere Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank. Das Federal Reserve hat am 30. Oktober zum dritten Mal seit Juli den Leitzins 25 Basispunkte gesenkt. Im Einklang damit ist das kurze Ende der Zinskurve gesunken.

Eine inverse Zinskurve gilt als zuverlässiges Signal für einen wirtschaftlichen Abschwung. Die Frage stellt sich nun, ob eine un-invertierte Zinskurve bedeutet, dass die Rezession verhindert werden konnte. In diese Richtung tendiert ein Modell vom Researchhaus Capital Economics. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten zwölf Monaten ist von 20 auf 11,7% gesunken.

Für eine Entwarnung ist es laut Capital Economics dennoch zu früh. Denn auch in der Vergangenheit gab es Episoden, wo die Zinskurve un-invertierte. Trotzdem kam es zu Rezessionen. Zudem wäre es aussergewöhnlich, wenn nach einer Rezessionswahrscheinlichkeit von 20% in den nächsten vierundzwanzig Monaten kein Abschwung folgen würde.

Noch ist also nicht alles gut.