Unternehmen / Schweiz

China belastet Samsung

Neues Galaxy-Handy federt den Gewinneinbruch des südkoreanischen Technologiekonzerns im dritten Quartal ab.

(Reuters)Dank der boomenden Nachfrage nach dem neuen Smartphone Galaxy Note 10 ist der Gewinneinbruch bei Samsung etwas schwächer ausgefallen als befürchtet. Weil der südkoreanische Technologiekonzern aber vor allem mit Speicherchips sein Geld verdient, musste er im dritten Quartal dennoch gehörig Federn lassen. Ersten Berechnungen zufolge fiel der Betriebsgewinn um 56% auf 7,7 Bio. Won, wie der weltweit grösste Halbleiter-Hersteller am Dienstag mitteilte. Experten hatten Daten von Refinitiv SmartEstimate zufolge nur mit 7,1 Billionen Won gerechnet. Ein Jahr zuvor hatte noch ein Rekordgewinn von 17,6 Bio. Won in den Büchern gestanden. Der Konzernumsatz schrumpfte im abgelaufenen Quartal um 5,3% auf 62 Bio. Won.

Nach Einschätzung von Analysten dürfte der Gewinn von Samsung im laufenden Quartal erneut sinken. Die schwächelnde Weltkonjunktur und zusammengestrichene Ausgaben von Rechenzentren setzten dem zweijährigen Boom bei Speicherchips ein Ende und drückten die Preise. Zudem wirkt sich der Handelskrieg zwischen den USA und China auch auf den Branchenprimus aus Südkorea negativ aus. Der von den USA auf eine schwarze Liste gesetzte chinesische Handy-Hersteller und Netzwerkausrüster Huawei gehört zu Samsung (SMSN 1198 -0.83%)s grössten Kunden bei Speicherchips.

Bei den Smartphone-Verkäufen profitiert der weltweit grösste Hersteller dagegen vom US-Bann für Huawei. Wegen der US-Sanktionen haben die neuen Huawei Mate 30 Smartphones keinen Zugriff mehr auf beliebte Google-Apps wie Gmail, Youtube oder Google Maps. Deshalb greifen viele Kunden sowohl auf dem Heimatmarkt als auch in Europa lieber zu Samsung-Handys. Die starke Nachfrage liess den Gewinn weniger stark einbrechen als erwartet. An der Börse legten die Samsung-Aktien deshalb rund zwei Prozent zu. Detaillierte Bilanzzahlen will der Konzern Ende des Monats vorlegen.