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Trump schickt Börsen mit Tweet auf Abwärtskurs

Kurz nach dem Mittag ging es bergab am Schweizer Aktienmarkt. Auslöser war eine neue Zollandrohung des US-Präsidenten.

(AWP/RB) Der Schweizer Börse ist zu Wochenbeginn nach einem starken Start der Schwung im Tagesverlauf abhandengekommen. Nach einem neuerlichen Rekordhoch beim SMI (SMI 10884.51 0.35%) war es einmal mehr Donald Trump, der die Anleger in Deckung geschickt hat. Der US-Präsident hat Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus zwei südamerikanischen Ländern verhängt. Und einmal mehr hat sich Trump seines liebsten Kanals bedient, um die Anleger zu verschrecken: Twitter (TWTR 34.09 -0.38%).

Das kurzzeitige Rekordhoch im frühen Handel wurde noch von starken Konjunkturdaten getragen. Die chinesische Industrie hatte trotz Handelsstreit mit den USA ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben. Nach der Trendwende gingen die Kurse zahlreicher Aktien in einen kontinuierlichen Sinkflug über, der bis zum Handelsschluss anhielt.

Bei den Bankaktien Credit Suisse (CSGN 13.325 -1.26%) und UBS (UBSG 12.225 -4.53%) wurde aus einem morgendlichen Gewinn von rund 1% ein ebensolcher Verlust. Am Ende hielten sich die Valoren des Versicherungskonzerns Swiss Life (SLHN 493 -0.02%), der Zementherstellerin LafargeHolcim (LHN 52.76 -0.57%), des Augenheilkonzerns Alcon (ALC 59.49 0.86%) und der Warenprüferin SGS (SGSN 2713 0.67%) im Leitindex am besten. Deutlich weniger gut unterwegs sind die defensiven Schwergewichte Novartis (NOVN 92.89 0.18%), Roche (ROG 330 0.56%) und Nestlé (NESN 108.36 1.37%). Die Titel von Swatch und Swisscom (SCMN 529.8 0.72%) reihen sich am unteren Ende der Tabelle ein.

Helvetia und Lindt & Sprüngli lösen Zykliker ab

Bei den mittelgrossen Gesellschaften aus dem SMIM (SMIM 2868.607 0.65%) gaben Zykliker wie VAT Group (VACN 157.05 -0.54%), AMS (AMS 42.55 -2.18%) und Bucher (BUCN 341.8 0.53%) lange den Ton an, bevor auch sie ihre Gewinne weitgehend einbüssten. Zum Börsenschluss lagen Helvetia (HELN 140.3 -0.36%) und Lindt & Sprüngli (LISN 90300 0.11%) obenauf. Am Ende der Tabelle stehen zuletzt gut gelaufene Werte wie Sonova (SOON 234.3 1.43%), Straumann (STMN 1015 0.74%) oder Vifor.

Am breiten Markt geben Cosmo (COPN 83.6 3.21%) trotz einer eigentlich positiven Nachricht nach. Die Pharmafirma weitet die Vertriebsvereinbarung mit Medtronic für das Koloskopiemittel Elview aus. Sie erstreckt sich laut Mitteilung vom Montag neu auf sämtliche Länder der Welt mit Ausnahme von Japan und Kanada. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf in der Vorwoche. Grössere Abgaben verzeichneten auch das Biotech-Unternehmen ObsEva (OBSV 4.08 7.37%), Kudelski (KUD 5.69 -0.87%) und Perrot Duval (Perrot Duval 141 0%).

Dottikon ES (DESN 630 0%) setzen den Höhenflug, der nach der Veröffentlichung des Halbjahresberichts am Freitag eingesetzt hatte, fort und erreichen mit 600 Fr. den höchsten Kurs seit mehr als einem Jahr. Zu den Gewinnern zählten die Medizinaltechnikunternehmen Medacta (MOVE 80.1 2.04%) und Medartis (MED 47 0.32%). Medacta dürften auch von einer Kaufempfehlung auf der «Geldseite» in der «SonntagsZeitung» etwas Rückenwind erhalten haben, heisst es am Markt. Die Seite wird von den Redaktoren der «Finanz und Wirtschaft» gestaltet. Sie hat ebenfalls zu Medacta geschrieben.

Verluste in Europa und an der Wallstreet

Die europäischen Börsen verzeichnen teilweise markante Verluste. Der Dax (DAX 13555.87 0.05%), der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3789.12 -0.26%) und der CAC40 verlieren fast 2%. Der FTSE 100 in London reagierte mit einem Minus von 0,8% vergleichsweise verhalten. An der Wallstreet hielten sich die Abgaben zum Handelsstart in Grenzen, weiteten sich danach aber aus. Der Dow-Jones-Index, der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3320.79 -0.27%) und der Index der Technologiebörse Nasdaq notierten um 1% schwächer.

Der Dollar gab im Verlauf des Nachmittags gegenüber dem Franken deutlicher nach als der Euro. Handelte die europäische Einheitswährung am Morgen noch knapp über 1.10 Fr., und der US-Dollar bei Parität, so sanken sie im Tagesverlauf unter diese Marken ab. Gold (Gold 1558.22 -0.02%) holte seine anfänglichen Verluste weitgehend auf. Bei Ölsorten Brent (Brent 64.81 -0.49%) und WTI (WTI 58.53 -0.24%) war es umgekehrt. Ihre Kurse gaben im Tagesverlauf nach.

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