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China drängt Evergrande-Chef zur Haftung

Die chinesischen Behörden wollen laut einem Medienbericht den Chef des Immobilienkonzerns mit seinem Privatvermögen in die Pflicht nehmen.

(AWP) Der Schuldenkrise des Immobilienkonzerns Evergrande (3333 0.29 -6.3%) will China offenbar dessen Gründer und Lenker Hui Ka Yan in die Pflicht nehmen. Die chinesischen Behörden hätten den Milliardär gedrängt, mit seinem persönlichen Vermögen zu haften und zum Schuldenabbau beizutragen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf informierte Kreise.

Den Bloomberg-Informationen zufolge erging die Anordnung an Hui Ka Yan bereits, nachdem der Konzern Ende September die Frist für die Zahlung von Anleihezinsen verstreichen liess. Dass die Behörden nun den Evergrande-Gründer mit seinem Privatvermögen belangen wollen, wird als weiterer Hinweis für Pekings möglichen Unwillen gewertet, eine staatliche Rettung einzuleiten.

Der Bauträger hat rund 300 Mio. $ Schulden, womit er als eines der weltweit am höchsten verschuldeten Immobilienunternehmen gilt. Der Konzern muss dringend Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht bezahlen zu können.

Experten befürchten im Falle einer Pleite des Konzerns weitere Schockwelle im Bausektor bis hin zu einer globalen Finanzkrise. Notenbanker haben zuletzt aber versucht, dieses Risiko klein zu reden.

Hui Ka Yan zählt zu den reichsten Chinesen. Doch wie hoch das Vermögen des Evergrande-Verwaltungsratschefs derzeit ist, darüber bestehen erhebliche Zweifel. Laut Bloomberg-Schätzungen dürfte es sich aktuell noch auf knapp 8 Mrd. $ belaufen.

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