Die Weltbevölkerung wächst. Derzeit zählt sie rund 7,5 Mrd. Menschen. Und im Jahr 2100? Etwa 11 Mrd., sagte die Uno 2015 vorher; vergangenes Jahr reduzierte sie ihre Schätzung leicht auf 10,9 Mrd. Menschen. Nun legt das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME; University of Washington, Seattle) ein neues Szenario vor, das im renommierten britischen Ärztefachblatt «The Lancet» veröffentlicht wurde. Das IHME erwartet für 2064 einen Spitzenwert von 9,7 Mrd., danach eine Abnahme auf 8,8 Mrd. bis zum Jahrhundertende, also gut 2 Mrd. weniger als bisher von der Uno massgeblich geschätzt. Als Gründe für diese erhebliche Abweichung werden etwa sinkende Fruchtbarkeitsraten oder Überalterung angeführt. Gemäss dem IHME-Szenario dürfte sich Chinas Bevölkerung bis 2100 gemessen an 2017 fast halbieren; diejenige Indiens nähme auch etwas ab, doch wäre Indien dann das bevölkerungsreichste Land. Das Einwanderungsland USA würde leicht wachsen, Japan würde sich halbieren. Auffallend in der dargestellten Verschiebung nach Ländern ist der extreme Zuwachs, der für afrikanische Staaten kalkuliert wird, die gemeinhin erst noch unter schwacher Regierungsführung, Volkswirtschaft und Infrastruktur leiden. Demzufolge würde Nigeria sich auf beinahe 800 Mio. nahezu vervierfachen. Was derlei für den Zuwanderungsdruck auf Europa heisst, liegt auf der Hand.