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China will angeblich HNA verstaatlichen

Durch das Coronavirus sind die Schwierigkeiten des angeschlagenen chinesischen Mischkonzerns noch grösser geworden. Die Airline-Aktivitäten sollen laut einem Bericht verkauft werden.

(Reuters) China will einem Agenturbericht zufolge den angeschlagenen Mischkonzern HNA verstaatlichen und die Airline-Aktivitäten des Konglomerats verkaufen. Durch den Ausbruch des Coronavirus habe die hochverschuldte HNA Schwierigkeiten, ihre Verbindlichkeiten zu bedienen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Regierung der südchinesischen Provinz Hainan, in der HNA seinen Sitz hat, sei in Gesprächen, die Kontrolle über HNA zu übernehmen. Von HNA war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die 1993 gegründete HNA, deren Aushängeschild die viertgrösste chinesische Fluglinie Hainan Airlines ist, war im vergangenen Jahrzehnt auf eine mehr als 50 Mrd. $ teure Einkaufstour gegangen. Seit rund zwei Jahren versilbert der Konzern seine Beteiligungen, um den Schuldenberg abzutragen, darunter ist auch der Anteil am Reisedetailhändler Dufry (DUFN 24.52 -9.19%). Im vergangenen Jahr trennte sich HNA von ihren letzten Anteilen an der Deutschen Bank.

Die Schweizer Flugzeugabfertigungs-Firma Swissport gehört dagegen weiterhin zu HNA, nachdem ein Börsengang 2018 gescheitert war. Zuletzt nahmen die Chinesen einen neuen Anlauf zum Verkauf von Swissport. Dabei droht dem Mischkonzern Insidern zufolge ein Verlust von mehreren hundert Millionen Dollar auf seine ursprüngliche Investition von 2,8 Mrd. $.