Märkte / Aktien

Asiens Börsen mit hohen Verlusten ins neue Jahr gestartet

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China belasteten die Aktienmärkte in Asien. In China ist der Handel nach hohen Verlusten vorzeitig beendet worden.

Chinas struktureller Anpassungsprozess macht trotz des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums weitere Fortschritte, wie das die Frühindikatoren für die Industrie- und die Dienstleistungssektoren zeigen. Dennoch reagierten die chinesischen Börsen am Montag mit deutlichen Abgaben auf die am Freitag bekanntgegebenen Daten.

Der Shanghai Shenzhen Composite Index (CSI) verlor in der Morgensitzung wegen der anhaltenden Sorgen über den Gesundheitszustand der chinesischen Wirtschaft über 5%. Das war der schlechteste Jahresauftakt seit Eröffnung der Börse im Jahr 1990. Als er ein Minus von 7% erreichte, wurde der Handel bis zum offiziellen Sitzungsende unterbrochen. Dieser Mechanismus ist gerade erst zum Jahresbeginn in Kraft getreten. Auch der Nikkei-Index gab nach und schliesst 3,1% niedriger.

Während Einkaufsmanager von China gemäss einer offiziellen Erhebung im Dezember den fünften Monat in Folge weniger Bestellungen gemeldet haben, ist der Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers Index, PMI) des Dienstleistungssektors im selben Zeitraum mit 54,4 auf den höchsten Stand in sechzehn Monaten gestiegen. Der Industrie-PMI erreichte gemäss dem nationalen statistischen Büro im Dezember einen Wert von 49,7 und konnte sich damit gegenüber November, als er mit 49,6 auf den tiefsten Stand in drei Jahren gefallen war, leicht erholen.

Der privat erhobene Caixin-PMI fiel von 48,6 auf 48,2 und hat damit Experten negativ überrascht. Er notiert nun den zehnten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50. Im Caixin-Index werden kleineren und mittelständischen Unternehmen ein grösseres Gewicht eingeräumt.

Schwaches viertes Quartal

Eine Lesung des PMI von unter 50 weist auf eine Schrumpfung der Tätigkeit hin, während ein Wert von über 50 Wachstum anzeigt. Es wird allgemein damit gerechnet, dass China 2015 das langsamste Wachstum in einem Vierteljahrhundert aufgewiesen hat. Ökonomen des japanischen Finanzhauses Nomura projizierten für das vierte Quartal 2015 vor allem wegen der schwachen Exporte und der nur verhaltenen Bautätigkeit ein Wachstum von 6,4%. Das ist eine deutliche Verschlechterung gegenüber den vorangegangenen drei Monaten, als das Bruttoinlandprodukt (BIP) noch 6,9% expandierte.

Das zeigt auch, dass der Dienstleistungssektor trotz seiner wachsenden Dynamik weiterhin eine geringere gesamtwirtschaftliche Bedeutung hat als die Industrie, die in den vergangenen vier Jahrzehnten der grosse Wachstumsmotor Chinas war. Das statistische Amt liess verlauten, dass sich die Finanzlage von Industrieunternehmen infolge von Überkapazitäten und des hohen Verschuldungsgrads gegen Ende des Jahres weiter eingetrübt hat. Der damit verbundene Bremsfaktor macht prozyklische Massnahmen der Regierung wahrscheinlich, wie sie bereits anlässlich einer hochrangig besetzten Wirtschaftskonferenz im Dezember angekündigt worden sind.

Lockere Geldpolitik

Nomura erwartet, dass die Notenbank das Geld in den kommenden Monaten mit weiteren Zinssenkungen und der Verringerung des Mindestreservesatzes günstiger machen wird. Im Zuge der laufenden Reformen gewinnt der Privatkonsum zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig treibt die Regierung die Reform der wenig effizienten Staatsbetriebe voran. Doch ein solcher Strukturanpassungsprozess ist naturgemäss schwierig, womit die chinesische Wirtschaft kurz- und mittelfristig mit Gegenwind zu kämpfen hat.