Märkte / Makro

Chinas Exporte brechen ein

Der Handelsstreit hinterlässt tiefe Spuren im Aussenhandel. Die Importzahlen zeugen auch von einer schwachen Binnenkonjunktur.

(Reuters/PR) Chinas Ausfuhren sind im Februar überraschend stark zurückgegangen. Wie die Zollbehörde am Freitag mitteilte, brachen die Exporte in Dollar im Vorjahresvergleich 20,7% ein. Analysten hatten mit einem Minus von 4,8% gerechnet, nach einem unerwarteten Plus von 9,1% im Januar. Auch die Importe sanken im Februar überraschend deutlich. Der Rückgang zum Vorjahresmonat lag bei 5,2%. Hier belief sich die Expertenschätzung auf –1,4%.

Analysten warnen allerdings davor, die Handelsstatistiken für den Jahresbeginn überzubewerten, weil es zu dieser Zeit häufig starke Schwankungen gibt. Hintergrund sind erhebliche Geschäftsausfälle wegen der chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten. Diese fanden im laufenden Jahr Anfang Februar statt.

Schwächster Jahresstart seit 2016

Für ein genaueres Bild des Aussenhandels müssen die Daten für Januar und Februar deshalb gemittelt werden. Wie die Grafik von Capital Economics zeigt, sind die Ein- und die Ausfuhren jedoch auch nach dieser Bereinigung zu Jahresbeginn zurückgegangen. So schwach hat das chinesische Handelsjahr seit 2016 nicht mehr begonnen.

Besonders eingebrochen sind die Exporte in die USA. Im Januar und Februar dieses Jahres exportierte China fast 15% weniger in die Vereinigten Staaten als in der gleichen Periode 2018. Das ist ein weiterer Hinweis, dass der Handelsstreit mit den USA Chinas Exportwirtschaft schadet.

Der Kollaps der chinesischen Importe ist ein Zeichen der schwachen Binnennachfrage. Peking hat bereits Steuersenkungen zur Stützung der Konjunktur angekündigt. 

Die Börsen reagierten heftig auf die schwachen Handelszahlen. Nach einer mehrwöchigen Erholungsrally ohne grössere Rückschläge hat der Shanghai Composite Index am Freitag 4% verloren.

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