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Chinas Exporte brummen weiter

Die zweitgrösste Volkswirtschaft hat im Oktober mehr exportiert als erwartet. Die Importe entwickeln sich dagegen klar schwächer.

(Reuters) China hat im Oktober überraschend viel exportiert. Die Ausfuhren kletterten im Vergleich zum Vorjahr um 27,2%, wie die Zollbehörden am Sonntag mitteilten. Gleichzeitig hat sich das Wachstum aber etwas verlangsamt. Die Importe fielen zudem schwächer aus als gedacht – ein Zeichen für eine nicht übermässig starke Nachfrage im Inland.

Im September hatten die Exporte aus der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft noch um gut 28% zugelegt. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 24,5% gerechnet. Zhiwei Zhang, Chefökonom beim Vermögensverwalter Pinpoint Asset Management, sagte, das starke Exportgeschäft gleiche die Schwäche im Inland aus und gebe der Regierung in Peking Spielraum. «Die Regierung kann es sich leisten, jetzt bis zum Jahresende zu warten, um die Geld- und Fiskalpolitik zu lockern.» Die Exporte sorgten dafür, dass die Abkühlung der Wirtschaft nicht zu stark ausfalle.

China war wirtschaftlich wesentlich besser durch die Coronakrise gekommen als viele andere Staaten. Zuletzt sahen die Perspektiven aber nicht mehr ganz so rosig aus. 36% der deutschen Unternehmen mit einem Auslandsgeschäft gaben in einer DIHK-Umfrage an, mit einem positiven Konjunkturtrend in China zu rechnen. Im Frühjahr waren es allerdings noch 70%. Im dritten Quartal war die chinesische Wirtschaft zum Vorjahr nur noch um 4,9% gewachsen. Das war der niedrigste Wert seit dem dritten Quartal 2020.

Die Industrie in der Volksrepublik leidet trotz aller Exportzuwächse unter Lieferengpässen, zu wenig Kohle (Kohle 117.00 0%) und schärferen Klimaschutzvorgaben. Ministerpräsident Li Keqiang sagte zuletzt, die Regierung werde Massnahmen ergreifen, um die Industrie zu stützen.

Die chinesischen Importe stiegen im Oktober um 20,6%. Hier hatten Ökonomen mit einem Plus von 25% gerechnet. Im September betrug das Plus 17,6%. Gemessen am Wert importierte China laut Daten der Investmentbank Goldman Sachs (GS 380.99 -1.44%) deutlich mehr Öl und Kohle.

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