Märkte / Emerging Markets

Chinas Exporte stark gestiegen

Die Ausfuhren sind auch wegen eines saisonalen Sonderfaktors im Januar 7,9% gewachsen. Das Risiko möglicher Handelsstreitigkeiten mit den USA bleibt bestehen.

Die chinesische Exportwirtschaft ist gut ins neue Jahr gestartet. Die Ausfuhren der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft lagen nach Angaben der chinesischen Zollbehörden im Januar 7,9% über dem Stand des gleichen Zeitraum des Vorjahres, nachdem sie noch im Dezember 6,2% gefallen waren. Das Plus war mehr als doppelt so gross wie von Analysten vorhergesagt. Die Exporte verzeichneten damit in Dollar gerechnet zum ersten Mal seit vergangenem März wieder einen Anstieg.

Weiterer Trend bleibt offen

Die Importe sind im Vormonat 16,7% gestiegen. Das ist ebenfalls deutlich mehr als die erwarteten 10%. China erzielte damit noch einen Handelsbilanzüberschuss in Höhe von 51 Mrd. $. Die weiter an Fahrt gewinnenden Einfuhren sind nach Meinung von Louis Kuijs, Asienvolkswirt der unabhängigen Forschungsstelle Oxford Economics, nicht nur eine Folge der höheren Rohstoffpreise, sondern vor allem einer anhaltend soliden Binnennachfrage.

Bei den Aussenhandelsdaten muss neben den Wechselkursveränderungen vor allem auch der Sonderfaktor des chinesischen Neujahres berücksichtigt werden. Weil die Feiertage auf den Februar gefallen sind, haben viele Unternehmen ihre Lieferungen ins Ausland vorgezogen. Für Kuijs ist es daher noch zu früh, aus den guten Daten vom Januar Schlüsse auf das ganze Jahr zu ziehen.

Hoher Handelsüberschuss mit den USA

Das vor allem, weil das Risiko hoch bleibt, dass US-Präsident Donald Trump gegen chinesische Importe Barrieren errichten wird. Die Exporte in die USA lagen in Dollar gerechnet 9% über dem Stand des Vorjahres. 2016 belief sich der Handelsüberschuss Chinas mit den USA auf 347 Mrd. $ und machte damit rund die Hälfte des gesamten US-Aussenhandelsdefizit aus.

Es gibt aber auch Zeichen der Entspannung zwischen Washington und Peking. Trump hat ein Festhalten an der Ein-China-Politik seiner Vorgänger zugesichert. Der Republikaner habe in einem Telefonat dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping auf Anfrage hin versichert, diesen Kurs beizubehalten, erklärte das Präsidialamt. Scharfe Angriffe auf China im Wahlkampf und ein Telefonat Trumps mit der Regierungschefin von Taiwan nach seinem Sieg hatten in Peking für Verstimmung gesorgt. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.