Unternehmen / Schweiz

Chinas Übernahmelust ist gross

Nach Jahren mit steigenden Volumen von Unternehmensübernahmen ist 2016 global ein Rückgang verzeichnet worden. Deals mit Käufern aus China erreichten aber ein Rekordhoch, und die Schweiz spielte dabei eine besondere Rolle.

Weltweit gab es im vergangenen Jahr Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) im Wert von 3,84 Bio. $. Das ist gemäss Zahlen des Datendienstes Dealogic ein Rückgang um 18% gegenüber dem Vorjahr. Seit 2012 waren die Volumen Jahr für Jahr gestiegen. 2016 war im Zehnjahresrückblick dennoch eines der besseren M&A-Jahre, nach 2015, 2007 und 2006.

China gewinnt im globalen M&A-Gefüge zunehmend an Gewicht. Als Käufer ausländischer Unternehmen rangiert das Land hinter den USA global auf Platz zwei. Im vergangenen Jahr legten chinesische Käufer 225,4 Mrd. $ auf den Tisch, und 777 Deals wurden angekündigt. Seit 2009 steigen die Transaktionsvolumen mit Käufern aus China von Jahr zu Jahr.

Gesellschaften aus der Schweiz im Fokus

Schweizer Unternehmen sind als Ziel von Übernahmen zunehmend interessant. Das Land kommt im weltweiten Ranking auf Platz neun. Das Transaktionsvolumen hat sich 2016 mit 72,8 Mrd. $ gegenüber dem Vorjahr fast versechsfacht. Das liegt vor allem an der (noch nicht vollzogenen) Übernahme des Agrochemiekonzerns Syngenta durch ChemChina. Die Top drei der Zielnationen sind die USA, China und Grossbritannien.

Nach Sektoren führt Technologie die weltweite Rangliste deutlich an mit einem Volumen von 612,9 Mrd. $, vor Energie, Immobilien und Gesundheit, die alle unter 400 Mrd. $ blieben. Obwohl der Pharmasektor wegen günstiger Finanzierungsmöglichkeiten und der Suche nach neuen Wirkstoffen teils schon als überhitzt angesehen wird, kam er erstmals seit 2012 nicht mehr in die Top drei.

Grosse Deals gescheitert

Einen Rekord gab es bei den abgesagten Deals. Das Volumen erreichte weltweit 837,3 Mrd. $ und damit einen neuen Höchststand nach 2008. Dazu trug nicht zuletzt der US-Pharmariese Pfizer bei, der den irischen Branchennachbarn Allergan doch nicht übernahm, ebenso wie der US-Industriekonzern Honeywell International, der die Akquisition von United Technologies absagte.

Aufseiten der beratenden Banken lag Goldman Sachs 2016 global mit einem Dealvolumen von 970,4 Mrd. $ auf Platz eins, gefolgt von Morgan Stanley und J.P. Morgan. Aus der Schweiz kam Credit Suisse Group mit 540,9 Mrd. $ auf Rang sechs und UBS mit 386,4 Mrd. $ auf Rang acht. Die M&A-Einnahmen gibt Dealogic für Credit Suisse mit 962 Mio. $ an (Rang sieben) und für UBS mit 622 Mio. $ (Rang zehn).

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