Märkte / Emerging Markets

Chinas Zentralbank senkt wichtigen Zins

Zum ersten Mal seit 2016 hat China einen der wichtigsten Leitzinsen leicht gesenkt. Weitere Lockerungsschritte könnten folgen.

(Reuters/PR) Angesichts der sich abschwächenden Konjunktur hat die chinesische Zentralbank erstmals seit 2016 einen wichtigen Zins gesenkt. Der Einjahreszins für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (Medium-Term Lending Facility, MLF) wurde um fünf Basispunkte auf 3,25% gekappt, wie die Zentralbank der Volksrepublik am Dienstag bekanntgegeben hat.

Zwischen 2017 und 2018 hatte China diesen Richtsatz leicht angehoben, von 3,1 auf 3,3%. Die MLF ist eines der wichtigsten geldpolitischen Instrumente. Diese Kreditfazilität macht etwa 40% der Finanzierung der Geschäftsbanken bei der Notenbank aus.

Gemäss Capital Economics könnte der heutige Schritt der Anfang einer Reihe von Zinssenkungen sein.

Der tiefere MLF-Zins senkt die Finanzierungskosten der Banken, was ihnen Spielraum gibt, Kredite zu tieferen Zinsen zu vergeben.

Die Senkung des MLF-Satzes könnte darauf hinweisen, dass die Notenbank in ein paar Wochen den neuen Referenzzins LPR (Loan Prime Rate) den dritten Monat in Folge senken könnte. Er liegt derzeit bei 4,2%, ist an die MLF gekoppelt und wird am 20. jeden Monats festgelegt.

Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit fast dreissig Jahren nicht. Der Volksrepublik macht der Handelskrieg mit den USA zu schaffen, aber auch die schwächere Nachfrage nach ihren Exportprodukten in anderen Regionen. Die Zentralbank hatte bereits angekündigt, weitere Massnahmen zur Stützung der Konjunktur einzuleiten.

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