Märkte / Makro

Chinesische Investoren in der Schweiz zurückhaltender

Im ersten Halbjahr haben Unternehmen aus der Volksrepublik hierzulande für Firmenkäufe rund 75% weniger ausgegeben.

(AWP) Chinas Firmen bremsen ihre Expansion in Europa: Im ersten Halbjahr haben Unternehmen aus der Volksrepublik nur noch 2,4 Mrd. $ für Firmenkäufe und -beteiligungen in Europa ausgegeben. Das ist ein Rückgang von mehr als 80% im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2018.

Zwar gab es noch 81 Übernahmen und Beteiligungen, doch handelte es sich dabei zum Grossteil um kleine Deals, wie die Unternehmensberatung EY in der neuen Ausgabe ihrer halbjährlichen Studie zu chinesischen Investitionen errechnet hat.

Rückgang auch in der Schweiz

In der Schweiz sank die Zahl Transaktionen im Vergleich zum Vorjahr von sieben auf drei. Das Transaktionsvolumen schrumpfte von 387 Mio. auf 96 Mio. $, wobei der angekündigte Verkauf von Gategroup an den chinesischen Investor RRJ Capital diese Einschätzung für 2019 noch stark ändern könnte.

In Deutschland hingegen gab es demnach überhaupt keine einzige grössere Übernahme mehr, chinesische Firmen investierten laut EY-Studie gerade einmal 505 Mio. $ in der Bundesrepublik. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt noch über 10 Mrd. gewesen.

Als eine Hauptursache sehen die China-Fachleute der Unternehmensberatung die Schwächephase der chinesischen Wirtschaft, die massgeblich durch den Handelskonflikt mit den USA befördert wird. Bisheriges Rekordjahr war 2016, damals hatten chinesische Firmen über 85 Mrd. $ für Übernahmen in Europa ausgegeben.

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